Atkinson verteidigt Timeout-Sparsamkeit in Cavaliers-Kollaps
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Atkinson verteidigt Timeout-Sparsamkeit in Cavaliers-Kollaps

Die Cleveland Cavaliers haben in Game 1 der Eastern Conference Finals gegen die New York Knicks eine Katastrophe erlebt. Mit 7:50 Minuten verbleibend in Quarter vier führten sie mit 93:71, doch die Knicks schnürten einen 30:8-Run in der regulären Spielzeit und setzten noch einen 44:11-Lauf über reguläre Zeit und Overtime drauf. Am Ende verlor Cleveland 115:104 nach Verlängerung.

Trainer Kenny Atkinson musste sich nach der Partie für seine Timeout-Strategie rechtfertigen. Während New Yorks Comeback-Serie brauchte er nur ein Timeout, beendete das vierte Viertel mit zwei ungenutzten Timeouts auf der Bank. Seine Begründung: Er wollte sich für die Schlussminuten rüstzeug bewahren. "Ich mag es, meine Timeouts zu halten", sagte Atkinson. "Ich wollte nicht mit nur noch einem Timeout in einen Ein- oder Zwei-Punkte-Spiel gehen." Das war sein Plan, doch der Plan ging auf.

Bei der Analyse des Debakels beschrieb Atkinson ein bekanntes Problem: Das Spiel der Cavaliers wurde in den entscheidenden Minuten stagnant. "In den ersten drei Vierteln hatten wir wunderbare Ballbewegung. Dann wurde es einfach träge", sagte er. "Natürlich haben sie auch einige wirklich schwierige Würfe geworfen. Ein bisschen Pech spielte auch rein." Die Knicks trafen in dieser Phase mehrmals aus schwierigsten Positionen.

Donovan Mitchell und James Harden, Clevelands Star-Backcourt, kollabierte komplett in der Crunch Time. Sie kombinierten für 1-of-10 Feldwürfe (0-for-5 von Drei), drei Punkte insgesamt und zwei Turnovers. Mitchell endete mit 29 Punkten, schaffte aber keinen Korb in Overtime und traf seinen letzten Feldwurf mit noch 8:19 Minuten im vierten Viertel. Danach: Funkstille. Mitchell bestritt, verletzt zu sein, wollte aber das Spiel analysieren. "Ich glaube nicht, dass wir da überreagieren sollten", sagte Harden. "Es ist ein Gefühlsspiel. Ich schaue mir das Tape an und habe dir morgen eine Antwort."

Harden war es, der in den letzten Minuten die Last tragen musste. Er schoss 5-of-16 für 15 Punkte, wirkte aber überfordert. Sechs Turnovers, nur drei Assists. "Es ist schwierig. Eine schwierige Situation", beschrieb er die Rolle, gleichzeitig einen Run zu stoppen und selbst Punkte zu machen. "Als Spieler müssen wir besser werden. Wir brauchen ein schnelleres Tempo in unserem Offense, mehr Klarheit in dem, was wir tun wollen. Das funktionierte ja in den ersten drei Vierteln."

Für die Cavaliers ist das nicht die erste Schockmoment in diesen Playoffs. In Runde eins verloren sie in Toronto durch einen Buzzer Beater von RJ Barrett, der unerwartet von der Felge fiel. In Runde zwei vertan sie in Spiel 6 die Gelegenheit, Detroit zu schließen. Trotzdem kamen sie zurück. Aber Dienstag war etwas anderes. Die 22-Punkte-Führung, die aufgegeben wurde, ist der zweithöchste Collapse im vierten Viertel in den letzten 30 Playoffs. Nur die LA Clippers schafften 2012 gegen Memphis noch mehr: 24 Punkte.

Mitchell nahm es bewusst leicht. "Es ist eine Niederlage. Wir hatten schwierige Spiele, aber es ist eine. Das gibt ihnen nicht automatisch zwei oder drei Siege, richtig? Es ist eine Niederlage", sagte er. "Wenn du dich auf diesen Weg begebst, bist du nicht bereit für Spiel 2. Das ist die Mentalität."

Ballports-Take: Für deutsche Basketball-Fans, die Cleveland folgen, ist das eine Warnung vor mentaler Schwäche in den kritischsten Momenten. Auch wenn Atkinson seine Timeout-Entscheidung defensiv begründet, hätte eine frühere Intervention das Momentum brechen können. Mitchell und Harden zeigten hier, warum Backcourts unter extremem Druck zusammenbrechen können. In Game 2 geht es für die Cavs jetzt darum zu beweisen, dass Dienstag eine Anomalie war, nicht das neue Normal. Fantasy-Spieler sollten hier genauer hinschauen, wie Cleveland die Ballverteilung in kritischen Phasen anpasst.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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