Die Cleveland Cavaliers sind aus den Eastern Conference Finals raus. Die New York Knicks fegten sie in vier Spielen vom Platz, am Ende stand ein 130-93-Desaster in Game 4. Für Donovan Mitchell ist das trotzdem kein Grund, die Handtücher zu werfen. Der Guard sagte direkt nach der Niederlage, dass er keine Zweifel daran hat, dass diese Mannschaft es schaffen kann. "Das ist eine harte Lernstunde," meinte Mitchell. "Aber jetzt wissen wir, wo wir stehen. Das Team, das wir gerade gespielt haben, musste auch durch so etwas durch. Vielleicht nicht auf diese Weise, aber sie waren zusammen, sie sind eine etablierte Gruppe und mussten diese schwierige Erfahrung machen. Jetzt ist unsere Tour an der Reihe."
Das war für Mitchell die erste Conference Finals seiner neunzährigen NBA-Karriere. Die Cavs hatten bereits in den letzten zwei Jahren nach der zweiten Runde Schluss gemacht, diesmal kam das Team immerhin weiter als seit 2018 nicht mehr. Ohne LeBron James auf der Liste ist das sogar der weiteste Punkt seit 1992. Fortschritt also, aber eben nicht genug.
Eigner Dan Gilbert sah das genauso. Er räumte zwar ein, dass die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht hat, kündigte aber zugleich an, den Sommer über alle Register zu ziehen. "Wir sind keineswegs da, wo wir sein müssen," schrieb Gilbert in einem Social-Media-Post. "Wir werden den ganzen Sommer über arbeiten und alles tun, um den nächsten Schritt zu gehen." Die Cavs haben bereits die höchste Gehaltsmasse der NBA und sind das einzige Team über der zweiten Salary-Cap-Grenze. Im Februar hatten sie James Harden getradet, um Mitchell einen Star-Partner an die Seite zu stellen.
Harden selbst machte in den Playoffs eine wechselhafte Figur. Er kam auf 19,2 Punkte bei 41 Prozent Feldwurfquote, aus der Distanz aber nur 29,9 Prozent bei 7,1 Versuchen. Dazu kamen 5,5 Assists und 5,1 Rebounds. Harden hat noch einen Player Option für die Saison 2026-27 über 42,3 Millionen Dollar. Er sagte unmissverständlich, dass er zu 100 Prozent zurück in Cleveland sein will. "Ich denke, wir haben etwas gefunden," erklärte Harden. "Es ist frustrierend, dass es nicht so endet wie wir wollten, aber ich glaube, wir haben etwas Solides."
Mitchell und Harden gaben sich ungebrochen, auch wenn die 4:0-Niederlage gegen New York brutal aussah. Sie seien nicht der Meinung, dass der Abstand zwischen den Teams so groß ist wie das Ergebnis vermuten lässt. Mitchell deutete auf die zermürbenden ersten beiden Serien hin. "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben," sagte er. "Das ist keine Ausrede. Die Knicks sind hungrig, sie haben uns geschlagen und uns ausgeschaltet. Aber wir hätten uns eine Chance geben können, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten. Man kann nicht mit dem Essen spielen."
Beiden Cavs-Stars ist auch wichtig, dass Trainer Kenny Atkinson bleibt. Harden lobte dessen Arbeit bei der Eingliederung und im gesamten Saisonverlauf. "Er versteht sein Team," sagte Harden. "Und ja, jemand wird Kritik abbekommen müssen. Das kann ich sein, Kenny oder die ganze Mannschaft. Aber Kenny hat einen unglaublichen Job gemacht."
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die die Cavs verfolgen, ist die Botschaft klar: Das Experiment mit Mitchell und Harden ist noch lange nicht vorbei. Ein Sweep schmerzt, besonders wenn man die höchste Payroll der Liga hat, aber beide Stars sagen, dass es nicht am Material liegt. Die Frage ist, ob Gilbert und Atkinson im Sommer noch Anpassungen vornehmen. Harden dürfte im kommenden Draft oder als Trade-Kandidat relevant sein, wenn Cleveland meint, dass die aktuellen drei Stars nicht reichen.