Knicks vollziehen beispielloses Comeback gegen die Cavs
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Knicks vollziehen beispielloses Comeback gegen die Cavs

Die New York Knicks haben die Cleveland Cavaliers in Game 1 der Eastern Conference Finals mit 115-104 besiegt und dabei Basketball-Geschichte geschrieben. Das Verrückte daran: Nach drei Vierteln lagen die Knicks mit 22 Punkten zurück. Mit noch 7:49 Minuten in der vierten Phase zeigte ESPN Analytics den Cavaliers eine 99,9-prozentige Gewinnchance an. Dann drehten die Knicks das Spiel komplett um, schossen 44 Punkte in den verbleibenden knapp acht Minuten und zwangen Cleveland in die Verlängerung, wo New York mit 11 Punkten Vorsprung triumphierte.

Jalen Brunson war der Dirigent dieses Aufstiegs. Der Knicks-Guard erzielte 38 Punkte insgesamt, in der entscheidenden Phase von 12:49 Minuten brauchte er nur 17 Punkte und traf dabei 8 von 10 Würfen. Brunson machte sich systematisch auf die Suche nach James Harden auf der gegnerischen Bank und spielte den Cavs-Guard in Einzelsituationen immer wieder aus. In den Possessions, in denen Harden ihn verteidigte, schaffte Brunson 7 von 11 Würfen. Mikal Bridges steuerte 18 Punkte bei, Karl-Anthony Towns, OG Anunoby und Josh Hart trafen je 13 Punkte bei.

Für die Cavaliers war es ein verheerendes Ende nach dem psychologischen Boost von Sonntag. Sie hatten Game 7 gegen Detroit gerade noch gewonnen, nun war Donovan Mitchell mit 29 Punkten nicht genug, James Harden und Evan Mobley mit je 15 Punkten auch nicht. Das Comeback ist das größte in der Knicks-Playoff-Geschichte seit 1970 und nur das zweite solcher Ausmaße in den letzten 30 Playoff-Jahren überhaupt. 2012 schafften die LA Clippers noch einen Punkt mehr, als sie gegen die Memphis Grizzlies um 24 Punkte aufgeholt hatten. Die Statistik dahinter ist noch beeindruckender: Teams, die in der Playoff-Historie um 22 Punkte oder mehr in der vierten Phase zurücklagen, standen zuvor mit einer Bilanz von 1-594. New York ist das zweite Team überhaupt, das so ein Kunststück gelang.

Die Knicks haben sich drei Siege entfernt von ihrer ersten NBA Finals seit 1999. Game 2 findet Donnerstag im Madison Square Garden statt, einem Ort, wo die New Yorker im Moment nicht zu stoppen sind.

Ballports-Take: Diese Knicks-Serie zeigt, warum die Playoffs im Basketball unberechenbar sind. Jalen Brunson hat sich als einer der großen Crunch-Time-Player bestätigt, und für alle Fans, die New York verfolgen, ist das ein unglaubliches Zeichen. In der Fantasy-Basketball-Realität wird Brunson nach dieser Performance massive Aufmerksamkeit bekommen, doch für DACH-Fans ist vor allem die größere Geschichte relevant: New York steht auf dem Weg zu etwas Seltenes, und Brunson ist der Katalysator. Wer die NBA-Playoffs ernsthaft verfolgt, sollte diese Serie nicht aus den Augen verlieren.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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