Rick Fox hat einen neuen Job bekommen, den er so nicht geplant hatte. Der ehemalige NBA-Champion verlor bei der Wahl auf den Bahamas vergangene Woche seinen Platz im Repräsentantenhaus, doch die Oppositionspartei Free National Movement ernannte ihn diese Woche kurzerhand zu einem ihrer vier Senatoren. Auf den Bahamas funktioniert das Zwei-Kammer-System anders als in vielen anderen Ländern: Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden gewählt, die Senatoren aber von der jeweiligen Partei selbst ernannt. Sowohl die regierende Partei als auch die Opposition dürfen ihre Senatoren frei bestimmen, egal ob diese bei der Wahl erfolgreich waren oder nicht.
Fox ist in Kanada geboren, hatte aber einen bahamischen Vater und wuchs in der Karibik auf. Das machte ihn für ein politisches Amt in seiner zweiten Heimat spielberechtigt. Als Kandidat der Free National Movement trat er bei der Wahl an, schaffte es aber nicht in die erforderliche Stimmenzahl. In einem Video, das er nach der Niederlage in den sozialen Medien postete, reagierte er pragmatisch: "Niemand verliert gerne. Aber manchmal geben uns Rückschläge die Chance zu reflektieren, zu wachsen, uns selbst zu schärfen und stärker und besser vorbereitet zurückzukommen." Die Progressive Liberal Party des amtierenden Premierministers Philip Davis gewann die Wahl und sicherte sich damit die zweite aufeinanderfolgende Amtszeit. Das ist ein Novum auf den Bahamas seit 1997.
Fox war selbst lange Zeit einer der erfolgreichsten Basketball-Spieler seiner Generation. Nach seiner Karriere als erster Draft-Pick spielte er 13 Saisons in der NBA, zunächst bei den Boston Celtics und später bei den Los Angeles Lakers. Mit den Lakers gewann er drei nationale Meisterschaften. 2004 beendete er seine Basketballkarriere. Danach war er auch als Schauspieler tätig und trat in mehreren Filmen und Fernsehserien auf.
Ballports-Take: Fox zeigt, dass NBA-Erfolg nicht an der Karriere endet. Sein Einstieg in die Politik auf den Bahamas verdeutlicht, dass prominente Athleten nach dem Sport neue Wege einschlagen und sich in völlig anderen Bereichen engagieren können. Sein Pragmatismus bei der Wahlniederlage ist bemerkenswert: Statt sich zu beschweren, nutzt er die Senatur-Position, um sein Engagement fortzusetzen. Für deutsche Fans ist Fox vor allem als Lakers-Champion bekannt geblieben.