Die Washington Wizards denken nicht daran, Anthony Davis zu verkaufen. Das teilte eine Quelle dem Journalisten Marc Spears von Andscape mit. Alle eingehenden Trade-Angebote für den All-Star Forward werden schlicht ignoriert. Davis kann sich ab dem 6. August eine Vertragsverlängerung über bis zu vier Jahre und 275 Millionen Dollar sichern. Das erste Jahr dieser Extension würde seine aktuelle Player Option von 62,8 Millionen Dollar für die Saison 2027-28 ablösen.
Dass die Warriors gerade Interesse zeigen, hat System. Golden State plant einen aggressiven Angriff auf LeBron James auf dem Free-Agent-Markt. Draymond Green declined am Montag seine 27,6-Millionen-Dollar-Player-Option, was den Warriors mehr Flexibilität verschafft. Ein möglicher Davis-Trade wäre das Werkzeug, um James nach Golden State zu locken. James und Davis sind ehemalige Lakers-Teamkollegen, gewannen 2020 gemeinsam die Championship und sind bis heute befreundet. Beide Spieler werden von demselben Agent vertreten: Rich Paul von Klutch Sports.
Allerings zeigt sich auf der Davis-Seite noch keine konkrete Bewegung. Die Warriors müssten für ein solches Geschäft große Salary-Cap-Mittel mobilisieren. Jimmy Butler käme als potenzieller Tausch-Asset in Frage, der aktuell 56,8 Millionen Dollar verdient. Butler ist aber gerade erst vier Monate von einer ACL-Verletzung zurück. Die Warriors haben ihm hinter den Kulissen bereits mehrfach signalisiert, dass sie ihn halten möchten.
Die Wizards sehen Davis und Point Guard Trae Young als Grundpfeiler ihres Neuaufbaus. Beide Stars kamen erst letzte Saison zu Washington, sollten das Team sofort zu Playoff-Konkurrenten machen und gleichzeitig die junge Crew mentorieren, angeführt vom ersten Pick der letzten Draft, AJ Dybantsa, und Alex Sarr. Young unterschrieb eine 212-Millionen-Dollar-Extension über vier Jahre. Geschäftsführer Will Dawkins sieht in beiden Spielern genau die Motivation, die Washington braucht. Beide wurden von ihren vorherigen Teams abgegeben, beide haben etwas zu beweisen. "Wir bekommen Spieler mit einem Chip auf der Schulter", sagte Dawkins im Mai. "Das ist die Art von Pferden, auf die wir unsere Wetten setzen."
Für deutsche NBA-Fans ist die Situation spannend zu beobachten: Davis bleibt in Washington und bekommt eine massive Verlängerung, was seine Zukunft dort festzementiert. Fantasy-Basketball-Spieler können aufatmen, wenn sie Davis halten, da sein Trade-Risiko damit deutlich sinkt. Ein James-Davis-Reunion in Golden State hätte die Liga aufgemischt, aber die Wizards machen klare Ansagen. Der Trade-Markt wird in den nächsten Wochen zeigen, wie ernst Warriors ihre Davis-Avancen wirklich meinen oder ob LeBron das einzige Ziel bleibt.