Caleb Williams wollte sich den Namen "Iceman" als Marke sichern, doch das amerikanische Patentamt macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Das United States Patent and Trademark Office lehnte die Anmeldung des Chicago-Bears-Quarterbacks am Mittwoch ab. Grund für die Ablehnung ist aber nicht etwa ein Konkurrenzanspruch von NBA-Legende George Gervin oder UFC-Veteran Chuck Liddell, die beide mit "Iceman" verbunden sind. Stattdessen sah die Behörde eine zu große Ähnlichkeit zu einer bereits bestehenden Marke.
Schon 1988 hatte das Schuhunternehmen LaCrosse aus Oregon sich "Iceman" für seine isolierten Stiefel und Stiefelschäfte eintragen lassen. Das Patentamt befand, dass diese Marke und die von Williams beantragte identisch sind in Aussehen, Klang und Bedeutung. In der Ablehnungsbegründung heißt es, die Marken würden dieselbe Assoziation und denselben kommerziellen Eindruck erzeugen. Williams hatte seine Anmeldung aber bewusst breit angelegt. Er beantragte Markenschutz für Kleidung, sportliche Ausrüstung, Taschen, Wasserflaschen, eine Website und Unterhaltungsdienstleistungen. Genau das spielte gegen ihn. Das Patentamt verband deshalb LaCroix' Stiefel mit Williams' anderer Waren und lehnte seine gesamte Anmeldung ab, wie Markenrechtler Josh Gerben von Gerben IP erklärt.
Eine Erstablehnung ist im Markenrecht alltäglich. Laut USPTO-Daten werden etwa 63,5 Prozent aller neuen Anmeldungen zunächst abgelehnt, wobei nicht jeder Ablehnungsgrund in Markenkonflikten begründet liegt. Williams hat Berufungsmöglichkeiten. Gerben hält seine Chancen in Berufung für nicht schlecht, da LaCroix' Registrierung auf ein sehr enges Produktsegment begrenzt ist. "Das sind eben nur isolierte Stiefel", sagte Gerben. "Es wird für ihn schwieriger, Iceman als Modemarke zu registrieren. Aber es gibt andere Dinge in seiner Anmeldung, für die er möglicherweise doch noch eine Registrierung bekommen könnte." Ein separates Logo für Iceman, das Williams auch anmeldete, befindet sich noch in der Prüfung. Unklar ist, wie sich diese Ablehnung auf George Gervins laufende Anmeldungen für "Iceman" und "Iceman 44" auswirkt, die ebenfalls noch unter Review sind.
Für deutsche Football-Fans ist das eher eine Randnotiz, zeigt aber, wie etablierte NFL-Spieler ihre Marken aufbauen. Solche Trademarking-Verfahren sind Standard für kommerzielle Ambitionen jenseits des Platzes, und Niederlagen sind häufig Etappenziele statt Endpunkte. Williams' Chancen in Berufung sind realistisch, zumal die Konkurrenzmarke nur Schuhe betrifft und seine Anwendungen viel breiter sind. Was die "Iceman"-Marke selbst angeht: Sie war schon in der NFL ein Running Gag, lange bevor Williams sie beanspruchen wollte.