Roger Goodell verzichtet auf Aussage vor Kongress
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Roger Goodell verzichtet auf Aussage vor Kongress

Roger Goodell wird nicht vor dem US-Kongress aussagen. Der NFL-Commissioner lehnte eine Einladung des House Judiciary Committee ab, das ihn am 10. Juni zu den Übertragungsdeals der Liga befragen wollte. Als Grund nannte die NFL in einem Schreiben ihres General Counsel Ted Ullyot "laufende Rechtsstreitigkeiten" zum Thema der Anhörung.

Hintergrund ist eine wachsende Debatte über die Streamingpraktiken der NFL. Mehrere Kongressmitglieder, darunter der Ausschussvorsitzende Jim Jordan, haben Bedenken geäußert, dass Fans für gestreamte Spiele zahlen müssen und ob diese Deals den Sports Broadcasting Act von 1961 verletzten. Dieses Gesetz gewährte der NFL eine begrenzte Antitrust-Ausnahme, gilt aber nur für Broadcast-Netzwerke. Gerichte haben bereits entschieden, dass die Ausnahmeregelung nicht auf Kabel, Satellit oder Streaming anwendbar ist. Im Frühjahr eröffnete das US-Justizministerium eine Untersuchung gegen die NFL wegen möglicher wettbewerbswidriger Praktiken bei ihren Übertragungsdeals.

In seinem Brief verteidigte Ullyot die Streaming-Strategie der Liga. 87 Prozent aller Spiele dieser Saison seien über kostenlose Broadcast-Kanäle verfügbar, schrieb er. Jedes Spiel in den Heimatmärkten der beteiligten Teams laufe im Broadcast-Fernsehen. Die zusätzlichen Spiele auf Streamingplattformen hätten lediglich einer geringeren Zahl von Spielen auf Pay-TV entsprochen. "Die Entscheidung der NFL, wenige zusätzliche Spiele an weit verbreitete Streamingdienste zu lizenzieren, spiegelt einfach wider, dass diese Plattformen heute deutlich mehr Reichweite bieten als das aktuelle Pay-TV-Ökosystem", schrieb Ullyot.

Zugleich sandten 21 Kongressmitglieder einen Brief an Jordan, der die Liga unterstützt. Sie rieten zur Vorsicht bei Änderungen am Broadcasting-Gesetz. Die NFL argumentierte darin, dass der Sports Broadcasting Act Wettbewerbsbalance fördert, weil er "breite Medienverteilung, massive Umsatzverteilung unter den Clubs und einen kollektiv verhandelten Salary Cap" unterstütze. Ohne diesen Rahmen würde die Liga Fans durch höhere Kosten, Verwirrung und einer Gefährdung der Wettbewerbsbalance schaden, hieß es weiter.

Ballports-Take: Für deutsche Football-Fans ist das Thema relevant: Wie Spiele in den USA übertragen werden, beeinflusst letztlich auch, wie und zu welchen Kosten Europäer Zugang bekommen. Die Debatte zeigt, dass selbst die mächtige NFL unter Druck steht, ihre Geschäftsmodelle zu rechtfertigen. Ob sich die Gesetze ändern, könnte auch Auswirkungen auf die geplanten NFL-Spiele 2026 in München und 2027 in Berlin haben, wenn es um TV-Rechte und Streamingverfügbarkeit in der DACH-Region geht.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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