San Antonio verliert Finals, aber der Glaube bleibt
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San Antonio verliert Finals, aber der Glaube bleibt

Ein 24 mal 18 Meter großes Tifo mit schwarzem Hintergrund und dem Spurs-Logo bedeckte Sektion 114 in der Frost Bank Center. Nach der Vorstellung der Starting Lineups für Spiel 5 der NBA Finals wurde es entrollt: BELIEVE stand darauf in weißen Buchstaben, umrahmt von San Antonios Fiesta-Farben Gelb, Orange, Türkis und Pink. Das Publikum tobte. Der Glaube, den diese Botschaft transportierte, sollte sich aber nicht erfüllen.

Die Spurs verloren die Serie gegen die New York Knicks mit 4:1, und die Knicks sicherten sich ihre erste Meisterschaft seit 53 Jahren. Was in San Antonio schmerzt, ist nicht nur die Niederlage selbst, sondern wie sie zustande kam. Die Spurs führten in jedem Finalspiel zweistellig, gaben diese Vorsprünge aber jedes Mal in den entscheidenden Momenten ab. Insgesamt führte San Antonio in der Serie 62 Minuten und 21 Sekunden mit zweistelligen Vorsprüngen. Die Knicks hingegen waren insgesamt nur 56 Minuten und 42 Sekunden überhaupt in Führung. Trotzdem verloren die Spurs die Serie.

Im Moment der Wahrheit reichte der Glaube nicht aus. Victor Wembanyama sagte nach dem Final-Ende: "Als Team gibt es kein bessere Erfahrung als die, die wir gerade gemacht haben." Doch es tat weh. Im Locker Room der Verlierer weinte NBA Sixth Man of the Year Keldon Johnson, während er sich von Teamkollege zu Teamkollege verabschiedete. Trainer Mitch Johnson wollte seinen Spielern Zeit für ihre Gefühle geben. "Ich will, dass sie alle Emotionen zulassen," sagte er. "Das ist das, was Wettkampfgeist ausmacht. Das macht dich besser, treibt dich an, wenn du allein trainierst und niemand zuschaut."

Dass San Antonio überhaupt bis zu den Finals kam, war eine Überraschung. Die Spurs waren das zweitjüngste Team, das seit den Portland Trail Blazers 1977 in die NBA Finals kam. Mitch Johnson ist erst in seiner ersten kompletten Saison als Head Coach. Mit dem jungen Kern um Wembanyama, Stephon Castle, Dylan Harper und Carter Bryant sowie Veteranen wie De'Aaron Fox und Julian Champagnie drückten die Spurs die Portland Trail Blazers, die Minnesota Timberwolves und sogar Titelverteidiger Oklahoma City Thunder aus den Playoffs. Im Conference Finals lagen sie noch 3:2 zurück, bevor sie sich zurückkämpften. Für einen Moment sah es so aus, als könnten sie gegen den Trend antreten, wonach junge Teams erst Playoff-Enttäuschung erleben müssen, bevor sie gewinnen.

Die Finals zeigten aber auch, wo die Spurs noch arbeiten müssen. Ein zuverlässiger großer Mann, der neben Wembanyama spielen kann und die Offensive flexibler macht, fehlt ihnen. Ein Backup Center, der Wembanyama entlasten kann, wäre wertvoll. Luke Kornet spielte kein einziges Spiel länger als 10 Minuten in der Serie. Devin Vassell fasste es nach dem Ausscheiden in Worte: "Wir wissen, dass wir alles geben werden, dass wir wieder an diese Position zurückkehren und einen anderen Ausgang haben. Aber jetzt schmerzt es."

Für deutschsprachige NBA-Fans, die die Spurs verfolgen, war diese Saison trotz der Finals-Niederlage beeindruckend. Wembanyama etablierte sich weiter als kommender Superstar. Die Frage ist jetzt: Können die Spurs nächste Saison ihre Schwachstellen beheben und erneut in die Finals kommen? Oder war das eine Überraschungssaison, der noch Jahre für den nächsten Finals-Run folgen? Für den Kern dieses Teams ist klar, dass sie schneller als erwartet konkurrenzfähig wurden. Das macht die Niederlage schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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