Cheryl Reeve hatte ein außergewöhnliches Wochenende. Die Trainerin der Minnesota Lynx wurde am Samstag in die Women's Basketball Hall of Fame aufgenommen und holte sich am Sonntag in Dallas ihren 379. Sieg als WNBA-Headcoach. Während New York und Las Vegas am Dienstag im Commissioner's Cup aufeinandertreffen, können sich die Lynx entspannen. Minnesota steht oben in der Liga und in den ESPN Power Rankings, das nächste Spiel kommt erst am Freitag.
Die Lynx sind bereits zum zweiten Mal in dieser Saison Nummer eins. Anfang Juni führten sie die Rankings bereits an. Den größten Sprung machte Golden State. Die Valkyries sind nun auf Platz drei und erreichen damit erstmals seit Mitte Mai die Top drei der Power Rankings. Das war der erste Rankingspielweise der Saison, und damals waren sie sogar noch Nummer zwei.
Was die Lynx besonders macht: Sie sind das stabilste Team der Liga in dieser Saison, obwohl Superstar Napheesa Collier noch auf ihre Rückkehr wartet. Natasha Howard, die Neuverpflichtung aus dem Offseason, trägt daran großen Anteil. Die 35-jährige Forward spielt möglicherweise ihre beste Saison und bringt 17,7 Punkte, 8,2 Rebounds und 2,9 Assists bei einer Quote von 61,1% Feldwürfen. In den beiden Spielen der vergangenen Woche kombiniert holte Howard 42 Punkte und 29 Rebounds, als Minnesota Washington 78-76 besiegte und dann Dallas mit 85-77 schlug.
Las Vegas bleibt auf Platz zwei, obwohl die Aces zuletzt gegen New York unterlagen. A'ja Wilson wurde dabei auf 16 Punkte begrenzt, das Saisonminimum. Sie antwortete typisch Wilson-artig mit 62 Punkten in den nächsten beiden Siegen über Dallas und Chicago. Die Superstar führt die Liga mit 25,7 Punkten pro Spiel an und blockt 2,0 Würfe pro Partie. Allerdings ist unklar, ob sie am Dienstag im Commissioner's Cup spielen kann, da sie sich am Sonntag den Knöchel verdreht hat.
Golden State imponiert besonders durch die Defensive. Die Valkyries gingen 3-0 in der vergangenen Woche, schlugen Atlanta zweimal im siebziger Punktebereich und besiegten New York 76-67. Nur wenige Teams können drei Spiele hintereinander gewinnen und dabei unter 80 Punkte pro Partie erzielen. Forward Gabby Williams kombinierte 39 Punkte in den beiden Wins gegen Atlanta, die Bank der Valkyries steuerte 39 Punkte gegen New York bei. Bemerkenswert: Fünf der sieben Niederlagen von Golden State gingen gegen die Top zwei Teams Minnesota und Las Vegas.
Für deutsche Basketball-Fans ist dieser Moment interessant, weil die WNBA auf ihrem Höhepunkt angekommen ist. Die Qualität, die Spannungskurven und die internationale Aufmerksamkeit für Spielerinnen wie Wilson oder Howard zeigen, wie sehr sich die Liga entwickelt hat. Cheryl Reeve, die nunmehr mit Mike Thibault gleichzieht bei den meisten Regular-Season-Siegen in der WNBA-Geschichte, könnte den Rekord am Freitag gegen New York brechen. Für ballports eine Geschichte, die zeigt: Die WNBA ist kein Nischenprodukt mehr, sondern Top-Level-Basketball.