Brendan Sorsby verliert die nächste Anlaufstelle für seine Footballkarriere. Die CFL gab am Freitag bekannt, dass der Quarterback in der kommenden Saison bei keinem Team der Liga antreten darf. Die Liga begründete die Entscheidung damit, dass sie die Integrität des Wettbewerbs schützen müsse. "Die Vorwürfe gegen Brendan Sorsby sind schwerwiegend und besorgniserregend", hieß es in einer Stellungnahme zur USA Today. Kein CFL-Team darf mit ihm in Verhandlungen treten, und die Liga wird keinen Vertrag für ihn registrieren.
Sorsby hatte zwar nicht öffentlich gemacht, dass er in Kanada spielen möchte, doch seine Optionen werden zunehmend enger. Am Dienstag hatte die NFL bereits entschieden, keinen supplementalen Draft abzuhalten. Das war für Sorsby der nächste Rückschlag in einer Serie von Problemen. Der QB aus Indiana hatte zugegeben, tausende Male auf College- und Profisportveranstaltungen gewettet zu haben. Die Wettsumme belief sich auf über 90.000 Dollar, darunter 40 Wetten auf Spiele seiner eigenen Mannschaft, Indiana.
Sorsby hatte versucht, seine Spielberechtigung für Texas Tech in der kommende Saison 2026 zurückzugewinnen. Nach einer einstweiligen Verfügung zog er jedoch seine Klage gegen die NCAA zurück. Sein Anwalt Jeffrey Kessler hatte ESPN mitgeteilt, dass die NFL-Entscheidung gegen den Collective Bargaining Agreement verstoße und dass die NFLPA mögliche rechtliche Schritte prüfen werde.
Für deutsche Football-Fans ist Sorsby weniger präsent als amerikanische Stars, doch die Geschichte zeigt ein grundsätzliches Problem im amerikanischen College-Football: die Grenzen zwischen Sport und Glücksspiel. Die harten Konsequenzen für Wettaktivitäten sind im internationalen Sportbetrieb Standard. Sorsby sitzt derzeit zwischen allen Stühlen, und ohne NCAA, NFL und CFL als Optionen wird es für ihn eng. Auf die NFLPA-Aktion dürften viele Augen gerichtet sein, da sie zeigen könnte, ob Spielerverbände in solchen Fällen noch Hebel haben.