Pistons verlieren Game 7 deutlich gegen Cleveland
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Pistons verlieren Game 7 deutlich gegen Cleveland

Detroit musste sich in der zweiten Runde der Playoffs zu Hause dem Titelverteidiger Cleveland Cavaliers mit 125-94 geschlagen geben. Die Niederlage fiel historisch deutlich aus: 31 Punkte Differenz markierten die drittschwerste Niederlage eines 60-Gewinn-Teams in der NBA-Playoff-Geschichte.

Das Spiel war eigentlich schnell entschieden. Die Pistons gerieten früh unter Druck und lagen nach dem ersten Viertel mit 31-22 zurück. Zur Halbzeit hatten sich die Cavaliers auf 17 Punkte Vorsprung abgesetzt, was die zweitgrößte Halbzeitlücke für einen Top-Seed in einem Game 7 seit Einführung der Seeding 1983 bedeutete. In den letzten fünfeinhalb Minuten stand es bereits 34-0 für Cleveland, da verließ Cade Cunningham während eines Freiwurfversuchs das Spielfeld. Der All-Star Garde tauschte noch kurz Umarmungen mit Coach J.B. Bickerstaff und seinen Mitspielern an der Seitenlinie aus, bevor er sich setzte. Sein Abend war damit nach nur 13 Punkten vorbei.

Cunningham hatte eine schwache Partie hinter sich: 5-16 Feldtreffer, null Treffer aus der Distanz bei sieben Versuchen, dazu fünf Assists und drei Turnovers. Das frustrierte den 23-Jährigen sichtlich. "Das Spiel war beschissen", sagte er später. Die Heimniederlage erinnerte ihn an eine ähnliche Schmerzerfahrung aus der Vorsaison. "Es ist kein schönes Gefühl. Ich hatte noch nicht ans Offseason gedacht, aber jetzt rast mir der Kopf. Ich versuche herauszufinden, was ich tun muss und wie es aussehen wird."

Die Pistons zeigten sich ungewöhnlich schwach in der Nähe des Korbs: nur 34 Punkte in der Malerei, ihr schlechtester Wert dieser gesamten Saison. Auch Ausar Thompson blieb mit nur fünf Punkten unauffällig. Der Guard war nach Abpfiff sichtlich nachdenklich. "Ich vergesse das nicht", sagte Thompson. "Die Serie war persönlich für mich. Ich vergesse das nicht. Ich erinnere mich."

Bickerstaff wollte die Niederlage trotzdem nicht als Enttäuschung darstellen. "Das ist überhaupt keine Enttäuschung und wird es auch nie sein", sagte der Trainer. "Diese Jungs haben mir jeden Tag alles gegeben, was sie hatten. Das ist kein Frust. Es ist eine Niederlage und eine schwere Niederlage, aber dieses Wort werden wir auf diese Gruppe nicht anwenden." Die Pistons hatten in diesen Playoffs vier Spiele in Folge gewonnen, wenn sie mit dem Rücken zur Wand standen, und Orlando sogar in der ersten Runde besiegt. Gegen Cleveland reichte das nicht.

Statistisch zeigt sich ein interessantes Muster bei Home-Game-7s: Seit 2017 gewinnen Heimteams nur noch 14 von 29 Spielen dieser Art. Davor, zwischen 1983 und 2017, hatten Heimmannschaften 101 von 126 Game-7s gewonnen. Detroit war als Top-Seed favorisiert, kam aber mit dem Druck nicht klar und verabschiedete sich deutlich.

Ballports-Take: Die Pistons haben eine starke Saison gespielt und sich nicht aus heiterem Himmel als Nummer eins durchgesetzt. Dass es trotzdem früh im Playoff-Baum zu Ende geht, ist frustrierend für das Team und auch für deutsche Fans, die die NBA verfolgen. Cunningham war nicht schlecht in diesen Playoffs, aber dieser Game 7 wird ihm und seinen Mitspielern schmerzen. Die gute Nachricht: Eine 60-Gewinn-Saison zeigt echte Qualität. Die nächste Frage ist, ob Detroit die richtigen Lehren zieht oder ob sich eine ähnliche Dynamik wiederholt. Thompson machte deutlich, dass dieser Moment ihn treiben wird.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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