Cincinnati setzt alles auf Contender-Status zurück
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Cincinnati setzt alles auf Contender-Status zurück

Cincinnati - Die Cincinnati Bengals haben ihre Offseason wie ein Team gestaltet, das sich kurz vor dem großen Durchbruch wähnt. Das Signal kam am Montag deutlich: Geschäftsführerin Katie Blackburn traf sich mit Reportern und machte klar, dass die Bengals sich nicht einfach nur hoffen, sondern davon überzeugt sind, wieder um Titel spielen zu können. Nach drei Jahren ohne Playoffs brauchte es drastische Maßnahmen.

Die beiden größten Moves unterstreichen diese Überzeugung: Die Bengals handelten ihren zehnten Pick im Draft gegen Defensive Tackle Dexter Lawrence II ein und strukturierten Joe Burrows Vertrag um. Letzteres ist für ein Franchise ungewöhnlich, das sonst äußerst konservativ mit Cap Space umgeht. Sie wandelten 13 Millionen Dollar von Burrows Grundgehalt in einen Signing Bonus um und schafften damit über 10 Millionen Dollar Cap Space für die kommende Saison.

Die Defense der Bengals brauchte diese Investition dringend. Im vergangenen Jahr landete Cincinnati bei den erlaubten Punkten pro Drive auf Platz 27 der Liga. Lawrence ist ein All-Pro-Spieler und defensive Linemen von diesem Kaliber kommen selten auf den Markt. Elizabeth Blackburn, Katharinas Tochter und Enkelin von Team-Präsident Mike Brown, erklärte, dass das Geschäft "mehrfach auf und off the table" stand. Als die Gelegenheit vor dem Draft kam, griffen die Bengals zu.

Die Timing-Frage ist interessant. Das alles geschah wenige Monate, nachdem Joe Burrow sich verletzt hatte und die Bengals zum dritten Mal in drei Jahren auf der Injured Reserve List landeten. Die Turf-Toe-Verletzung vergangenes Jahr zwang ihn neun Spiele auszusetzen. In den letzten Wochen der Saison dominierten Diskussionen über Burrows Zufriedenheit die Schlagzeilen. Jetzt scheint es, als würde das Front Office mit diesen Investitionen genau das signalisieren wollen: Wir sind nah dran und wir handeln danach.

Die Bengals haben lange Zeit bewusst vermieden, ihre zukünftige Cap-Situation für das Jetzt zu opfern. Katie Blackburn sagte, der Ansatz sei gewesen, "nicht unausgeglichen zu werden und nichts zu schaffen, das in der Zukunft problematisch ist". Diesmal aber haben sie das Kalkül offenbar anders bewertet. Das ist für ein Franchise, das traditionell geduldig plant, ein deutliches Bekenntnis zur Gegenwart.

Für deutsche Fans, die Joe Burrow seit seinem College-Erfolg in LSU verfolgen, ist das ein entscheidender Moment. Burrows Vertrag läuft 2029 ab, bis dahin muss Cincinnati liefern oder riskiert, ihn zu verlieren. Mit Lawrence in der Defense und einem angepassten Cap-Budget signalisiert der Klub, dass er diese Deadline ernst nimmt. Die nächsten zwei Saisons sind kritisch für beide Seiten.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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