Die Division I Football Oversight Committee arbeitet an einer grundlegenden Umgestaltung der Trainingszeiten und des Transfer-Fensters. Die Pläne sollen ab der Saison 2027 greifen und bringen sowohl für Teams als auch für Spieler erhebliche Veränderungen mit sich.
Das Herzstück der Reform: Zwei zusätzliche Out-of-Season-Practice-Sessions im Frühjahr und Sommer, die zusammen mit den 15 Spring Practices auf insgesamt 21 Trainingseinheiten hinauslaufen. Jede dieser neuen Sessions darf nicht länger als fünf Wochen dauern. Das Modell orientiert sich an der NFL, wo Organized Team Activities (OTAs) längst Standard sind. Statt dieser Flexibilität arbeiten College-Teams bislang starr nach dem klassischen Spring-Practice-Schema. Die neue Struktur soll Trainern mehr Gestaltungsraum geben, ohne die Spieler dabei zu überlasten.
Bei den Preseason Practices wird es eng: Die bisherigen 25 Einheiten schrumpfen auf 21, komprimiert auf einen 27-Tage-Zeitraum. Das ist möglich, weil das Committee die zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten im Frühjahr und Sommer als Ausgleich sieht. Parallel dazu hat das Committee bereits im April empfohlen, die Regular Season eine Woche früher zu starten, direkt nach Labor Day. Das würde das bisherige "Week Zero"-Konzept zur neuen Norm machen.
Massiv verkürzt wird das Transfer-Portal-Fenster: von 15 auf nur noch 10 Tage. Das Portal öffnet jedes Jahr am ersten Arbeitstag nach dem 1. Januar. In diesem Jahr lief es vom 2. bis 16. Januar. Das frühzeitige Spring-Portal-Fenster wurde dafür komplett gestrichen. Spieler haben also nur noch eine knappe Woche, um sich einen neuen Verein zu suchen. Das entspricht zwar endlich dem Chaos der vergangenen Jahre, schafft aber auch massive Zeitprobleme für Recruiting-Departments.
Zusätzlich diskutiert das Committee Änderungen beim Off-Campus-Recruiting. Die Anzahl der Staff-Member, die off-campus werben dürfen, soll von heute auf 17 steigen, inklusive des Head Coach. Teams bekämen außerdem jährliche Recruiting-Tage als feste Allokation. Auch dieses Konzept könnte später diesen Sommer zur formalen Abstimmung gehen und wäre dann ab 2027 aktiv.
Die August-Abstimmung wird entscheidend. Sollte die Committee ihre Vorschläge durchbringen, ändert sich das Gesicht des College Football. Das System wird näher an die NFL-Struktur rücken, was professionellere Bedingungen verspricht. Für deutsche Fans, die die NCAA verfolgen, bedeutet das vor allem: Trainingszeiten werden vorhersehbarer, das Portal-Chaos verkürzt sich auf eine Woche Wahnsinn statt zwei, und die Saison startet früher. Das Layout der Bowl Games und Playoffs könnte sich dadurch ebenfalls verschieben. Wer ein Auge auf kommende Draft-Kandidaten wirft, sollte diese Änderungen im Blick behalten, denn sie beeinflussen Training, Form und letztlich auch die Leistung von Spielern in ihrem finalen College-Jahr.