Die NCAA hat sich neu erfunden. Das Division-I-Kabinett stimmte am Dienstag einstimmig für ein fünfjähriges, altersbasiertes Modell zur Bestimmung der Spielberechtigung ab. Der Hintergrund ist klar: Die bisherigen Regeln mit Redshirts und Waivers sind zum Zankapfel geworden, Athleten haben die NCAA wiederholt verklagt und argumentieren, dass die Limits willkürlich wirken.
So funktioniert das neue System konkret. Jeder Athlet erhält fünf Jahre Spielzeit über fünf Saisons, nachdem die Uhr zu ticken beginnt. Diese Uhr startet entweder beim ersten vollzeitigen Studium an der Uni oder am Anfang des akademischen Jahres nach dem 19. Geburtstag, je nachdem, was zuerst kommt. Damit entfällt die alte Redshirt-Praxis, die besonders im Football umstritten war, weil Coaches Spieler ein Jahr lang vom Platz nahmen, um ihre Entwicklung zu verzögern.
Die Regeländerung hat eine wichtige Ausnahmeregelung. Athleten, die gerade ihre vierte Saison ohne Redshirt abgeschlossen haben, bekommen kein zusätzliches Jahr geschenkt. Schulen dürfen sich aber selbst entscheiden, ob sie für Athleten mit restlicher Berechtigung nach der Saison 2025-26 die alten oder neuen Regeln anwenden. Nur Spieler, die im Frühjahr 2026 ihren Abschluss machen, unterliegen automatisch dem Alter-Modell.
Diese Regeländerung betrifft den amerikanischen College-Football fundamental. Coaches müssen ihre Roster-Planung umdenken, wenn sie nicht mehr gezielt Spieler zurückhalten können. Im deutschsprachigen Raum verfolgen einige Scouts und Fans die Top-Level College-Spiele, und für diese wird es interessant: Deutsche und europäische Spieler, die in den USA studieren, profitieren möglicherweise von mehr Flexibilität, besonders wenn sie später in der Uni anfangen. Die Umstellung signalisiert auch, dass die NCAA endlich Druck von Athleten und Gerichten ernstnimmt und versucht, fairere Grenzen zu setzen. Wer die Elite-Unis in den nächsten Saisons verfolgt, wird schnell sehen, wie unterschiedlich Schulen mit dieser neuen Freiheit umgehen werden.