LeBrons Free-Agency-Entscheidung zieht sich nun schon in die zweite Woche hin, und die interessierten Teams nutzen unkonventionelle Wege, um ihre Botschaft an den vierfachen Champion zu bringen. Rich Paul, LeBrons Agent und CEO von Klutch Sports, hat Teamverantwortlichen die Möglichkeit eröffnet, ihre Visionen als Sprachnachrichten aufzuzeichnen und über ihn an James weiterzuleiten. Bob Myers, Präsident der Philadelphia 76ers, ging noch einen Schritt weiter und trat am Mittwoch in der "Game Over"-Show auf, um gemeinsam mit Paul und Max Kellerman die Vorzüge der Sixers zu erläutern. Mehrere andere Teams haben laut ESPN ebenfalls ihre Owner, Präsidenten oder General Manager gebeten, Sprachmemos zu produzieren. Ob die Cleveland Cavaliers und Miami Heat diesen Weg ebenfalls gehen, ist unklar. James kennt beide Organisationen aus seiner Spielerkarriere sehr genau.
Der 41 Jahre alte Veteran nimmt sich derzeit viel Zeit, um alle eingegangenen Informationen zu verarbeiten. Eine Quelle gegenüber ESPN bestätigte, dass es keinen Zeitrahmen für eine Entscheidung gibt. James verbringt die letzten Wochen mit Familie und Freunden, genießt seinen Urlaub und spielt Golf, ohne unter zeitlichem Druck zu stehen. Paul hatte ESPN bereits mitgeteilt, dass das Gehalt nicht der ausschlaggebende Faktor für LeBrons Wahl sein wird. Diese Information gibt den Teams die Sicherheit, ihre Kader während der Free Agency weiter auszubauen, ohne befürchten zu müssen, dass LeBrons Entscheidung ihre verfügbaren Cap Space blockiert.
Für deutsche NBA-Fans liegt die Dramatik dieser Saga weniger in der Frage wohin, sondern darin wie etabliert LeBron in der NBA-Kultur ist. Mit 41 Jahren darf er sich Zeit nehmen, während Teams buchstäblich um ihn singen. Das zeigt: Manche Spieler definieren Free Agency nicht mehr als schnelles Geschäft, sondern als Prozess, in dem sie als Zentrum der Aufmerksamkeit behandelt werden. Fans in der DACH-Region, die LeBron seit Jahren verfolgen, sehen hier einen Spieler, der die Industrie noch immer nach seinen Regeln spielt.