Stephen Curry sitzt am Golf Course von Edgewood Tahoe in Nevada und spricht offen über das, was noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Die Golden State Warriors verfolgen LeBron James als Free Agent, und der Franchise-Star nimmt die Möglichkeit ernst. "Bis vor zwei, drei Jahren war das wie eine Fantasie", sagt Curry. "Aber genau das macht es reizvoll. Er geht in seine 24. Saison, ich in meine 18., all die Kämpfe die wir hatten, das wäre eine einzigartige Geschichte in der NBA-Historie."
Dass es nicht nur theoretisches Gerede ist, zeigt der Kontakt zwischen den beiden: Sie haben in der vergangenen Woche miteinander geschrieben, bestätigen Liga-Quellen. Auch Currys langjähriger Teamkollege Draymond Green ist in Aktion, er urlaubt gerade mit James in Puerto Rico. Die Warriors halten ihre Chancen intern realistisch ein, geben dem Cleveland Cavaliers aber einen schwerer zu schlagenden Vorteil. Was die Warriors haben, ist das gegenseitige Vertrauen und die freundschaftliche Beziehung. Head Coach Steve Kerr trainierte James und Curry zuletzt zusammen bei den Olympischen Spielen 2024.
Curry betont, dass der Ball jetzt in James' Feld liegt. "Ich habe keine Quote. Es liegt bei ihm", sagt Curry. "Wenn er anruft und sagt, ich will dort spielen, dann bewegt man Berge." Die Warriors halten ihre Optionen offen, haben aber beschlossen, vorerst Roster-Platz und finanzielle Flexibilität zu bewahren, statt jetzt schon weitere Trades oder Draft-Picks einzusetzen. "Der Pitch ist einfach: Willst du gutes Basketball spielen und um Leute sein, die verstehen wie man das macht?", erklärt Curry die Herangehensweise. "Es gibt gutes Golf in der Bay. Wir sind eine etablierte Organisation. Das erklärt sich selbst. Es geht darum, wo er sich selbst sieht."
Für den Fall, dass James absagt, haben die Warriors Kristaps Porzingis, Al Horford und De'Anthony Melton unter Vertrag genommen. Green wird wohl folgen und seinen ausstiegsberechtigten Vertrag aufgeben. Ob Curry sich mit einem stabilen Roster ohne James zufrieden gibt, lässt er offen. "Das ist noch zu bestimmen", meint er. Das ist der Kern von Free Agency: Die Liga wartet auf LeBrons Entscheidung.
Für DACH-Basketball-Fans ist das die größte Free-Agency-Story des Sommers. Ein LeBron-James-Trade zu den Warriors würde die Conference neu ordnen und die Boston Celtics unter Druck setzen. Currys offene Haltung signalisiert, dass die Warriors die Tür nicht nur formell offenhalten, sondern aktiv daran arbeiten. Ob James die Chance tatsächlich annimmt, wird die kommenden Tage prägen. Gleichzeitig zeigt es, wie wichtig Beziehungen und Vertrauen in der modernen NBA sind. Für deutsche Fans, die die Warriors jahrelang wegen ihres Spielstils verfolgt haben, wäre eine solche Konstellation Stoff für legendäre Diskussionen.