Clark kämpft mit Kopfkino nach Verletzungshölle
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Clark kämpft mit Kopfkino nach Verletzungshölle

Caitlin Clark hat ein Problem, das sich nicht mit Physiotherapie lösen lässt. Die Superstar der Indiana Fever sitzt zwar körperlich wieder im Auto, aber mental ist die Fahrt deutlich holpriger. Das wurde diese Woche besonders deutlich, als Clark am Mittwoch gegen Portland nicht spielte, obwohl sie am Vortag noch davon ausging, auflaufen zu können.

Die Begründung klingt zunächst simpel: Rückenschmerzen. Aber Clark erklärte am Freitag vor dem Spiel gegen Golden State, dass es nicht um die physischen Beschwerden allein geht. "Am Ende bin ich es und mein Vertrauen in meinen Körper", sagte sie Reportern. "Nach so vielen Weichteilverletzungen in diesem Jahr ist das eine echte mentale Herausforderung." Die Zahlen dahinter sind beeindruckend: 2024 absolvierte Clark nur 13 Spiele, weil immer wieder neue Blessuren zuschlugen. Jetzt, fünf Spiele in die neue Saison, muss sie lernen, ihrem Körper wieder zu trauen.

Am Dienstagabend noch bekam Clark ihre übliche Behandlung, auf Mittwoch morgen wachte sie mit leichten Beschwerden auf. Zu Hause machte sie Physio, dann trainierte und liftet sie am Gainbridge Fieldhouse, entschied sich dann aber doch gegen den Einsatz. "Wenn ich nicht 100 Prozent Vertrauen in meinen Körper habe im fünften Spiel der Saison, dann weiß ich nicht, ob das sich lohnt", erklärte Clark. Das ist eine interessante Sichtweise auf Profi-Basketball, wo normalerweise der Druck enorm ist, jeden verfügbaren Einsatz mitzunehmen.

Interessanterweise geriet Clark und ihr Trainer Christie Sides unter Druck wegen der Kommunikation dieser Entscheidung. Die WNBA gab der Fever eine Verwarnung, weil Clark erst 100 Minuten vor Spielbeginn auf der Injury List auftauchte. Sides konterte direkt: "Für was denn? Wir haben alles richtig gemacht." Clark selbst wurde deutlich sarkatisch: "Wollt ihr wissen, was ich zum Frühstück gegessen habe?" Dann listete sie ihr Frühstück im Detail auf. Sie hatte auch gegengecheckt, wann ihre Mutter erfuhr, dass sie nicht spielen würde: 16:47 Uhr. Die Öffentlichkeit erfuhr es erst um 17:20 Uhr. Das war ein direkter Schlag gegen die Online-Narrative, die schnell entstanden waren.

Am Freitag zeigte Clark, dass diese mentale Herausforderung sie nicht lähmt. Sie spielte 32 Minuten gegen Golden State, erzielte 22 Punkte und verteilte neun Assists beim 90-82-Sieg. Das zeigt: Sie trainiert hart, sie arbeitet an der Rückkehr. Aber sie gibt sich selbst auch Permission, vorsichtig zu sein. "Es gab Momente letztes Jahr, wo ich wahrscheinlich zu viel riskiert habe", sagte Clark. "Ich muss mir selbst gegenüber gnädig sein. Menschen müssen mir auch Gnade geben. Wenn man so viel durchmacht, wird es auch ein bisschen traumatisierend."

Clark betonte, dass sie alles tue, um fit zu bleiben und ins nächste Spiel zu gehen. Sie hofft, dass die Rückenschmerzen nicht zum Dauerproblem werden. Aber was diese Woche wirklich zeigte: Der schwierigste Gegner für Caitlin Clark sitzt manchmal zwischen ihren Ohren, nicht auf dem gegnerischen Court.

Ballports-Take: Für European-Fans, die Clark seit ihrem College-Karriere-Finale verfolgen, ist das ein wichtiges Signal. Sie ist nicht kaputt, sie heilt nur. Was aber auch bedeutet: Wer sie in Fantasy-Leagues hat, muss mit Ausfällen rechnen, nicht weil sie sich zu leicht verletzt, sondern weil sie bewusst Pausen einbaut. Das ist langfristig klug, kurzfristig aber volatil. Interessant auch für alle, die auf Munich 2026 oder Berlin 2027 schauen, wo Clark potentiell spielen könnte: Ein Player mit dieser Selbstreflexion macht weniger Fehler, wenn's zählt. Aber eben auch: Sie wird nie die Maschine sein, die einfach immer läuft.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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