Colts setzen auf unerfahrene Verteidiger in kritischer Saison
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Colts setzen auf unerfahrene Verteidiger in kritischer Saison

Indianapolis hat seine Defensive massiv umgebaut. Während die Offensive mit Daniel Jones als Quarterback und Alec Pierce als Receiver stabil bleiben soll, haben die Colts auf der anderen Seite des Balls komplett neu strukturiert. Das Ergebnis: eine Defense, in der gleich mehrere Spieler in ihren ersten oder zweiten NFL-Saisons starten könnten. Das ist ungewöhnlich für ein Team, das endlich wieder in die Playoffs will, nachdem es mehrere Jahre nicht geschafft hat.

Schon am ersten Tag der Spring Workouts zeigte Rookie-Safety A.J. Haulcy, worum es gehen wird. Eine One-Handed Interception auf einem Over Route, direkt aus der Luft gegriffen. Sein Teamkollege Cam Bynum sah das und nickte anerkennend. Das ist das Potenzial, das die Colts in dieser jungen Defensive sehen. Aber es ist auch ein großes Risiko, denn zwischen Minicamp-Erfolgen und echtem Sunday Football in der regulären Saison liegen Welten.

Coach Lou Anarumo, der Defensive Coordinator, hat den Ruf, junge Spieler nicht besonders gerne einzusetzen. Trotzdem ist er von dem bisher Gezeigten beeindruckt. "Those guys are doing a good job", sagte er über die Rookies. Haulcy speziell überraschte ihn positiv. "He gets football", so Anarumo. "He has a really good feel for subtleties of the game that maybe a guy, as a rookie, doesn't have." Das ist mehr als nur höfliches Lob von einem Coach, der bekannt dafür ist, restriktiv mit Spielzeit für Neulinge umzugehen.

Haulcy wird wohl die Starting Strong Safety sein. Der dritte Pick der zweiten Runde scheint sich für die Rolle durchgesetzt zu haben. Auf der Middle-Linebacker-Position ist CJ Allen, ein zweiter Pick, praktisch bereits gesetzt. Das ist eine der anspruchsvollsten Defensive-Positionen, denn dort lädt die Verantwortung für Audibles und Huddle-Calls. Ein Rookie, der diese Aufgaben sofort übernehmen soll.

Neben diesen beiden gibt es noch weitere junge Starter zu beobachten. Nickel Corner Justin Walley wurde 2025 in der dritten Runde gepickt, verpasste aber die ganze letzte Saison wegen einer Knieverletzung im Preseason. Jetzt scheint er dort zu starten, wo er aufgehört hat. Defensive End JT Tuimoloau, ebenfalls ein zweiter Pick von 2025, soll Kwity Paye ersetzen, der die Colts verlassen hat. Tuimoloau spielte zumindest schon 13 Spiele als Rookie, wenn auch nur in 24 Prozent der Defensive Snaps. Und dann ist da noch Bryce Boettcher, ein vierter Pick aus diesem Jahr, der bei den Minicamps schon mit der Starting Defense trainierte und ein echtes Push-Szenario für die Linebacker-Unit bietet, die ohnehin dünn besetzt ist.

Dass die Colts sich diese junge, unerfahrene Defense leisten können, verdanken sie einem bewussten Draft-Ansatz, der auf viele Defensive Spieler setzt. Es ist ein Kalkül: Junge Spieler entwickeln sich schneller, wenn sie spielen müssen. Die Alternative, erfahrene Veteranen zu verpflichten, hätte mehr gekostet und weniger Upside gebracht. Aber es ist auch ein Risiko, das die Colts eingehen, weil ihnen die Zeit davonläuft. Mehrere Jahre ohne Playoffs sind in Indianapolis nicht akzeptabel.

Für DACH-Fans, die die Colts verfolgen, wird 2026 eine spannende Saison. Wenn diese jungen Verteidiger schnell reifen, könnte es ein Jahr des Umbruchs werden, das sich auszahlt. Wenn nicht, könnte es ein Jahr der Frustration sein, in dem Unerfahrenheit zu Turnovers und verlorenen Spielen führt. Haulcys One-Handed Interception war ein gutes Zeichen. Aber es werden viele solche Momente nötig sein, damit die Colts wieder konkurrenzfähig sind. Das Team hat seine Chips auf die Entwicklung dieser Rookies und zweiten Jahr-Spieler gesetzt.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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