Die NBA Finals 2026 laufen gerade heiß, doch die Gerüchteküche rund um Trades kennt keine Pause. Ein Jahr zuvor passierte es spektakulär: Kurz vor Game 7 zwischen Oklahoma City Thunder und Indiana Pacers wurde Kevin Durant zu den Houston Rockets gehandelt, ein sieben Teams umfassendes Mega-Deal. Die Phoenix Suns erhielten dabei unter anderem Pick zehn des 2025er Drafts, aus dem sie Khaman Maluach von Duke holten.
Es ist also durchaus denkbar, dass auch 2026 Lottery Picks noch vor dem Draft am 23. Juni ihre Teams wechseln. ESPN-Insider Ben Golliver und Zach Kram haben sich sechs großflächige Trade-Szenarien überlegt, bei denen die Picks eins, zwei, drei, fünf, sechs, sieben, neun und zehn neue Besitzer bekommen. Die Chicago Bulls und Atlanta Hawks halten in ihren Vorschlägen dagegen stand.
Der erste Trade würde NBA-Geschichte schreiben. Utah Jazz und Washington Wizards tauschen die Top-zwei Picks. Die Wizards würden Pick eins bekommen, dafür geben sie Pick zwei, Bub Carrington und Cam Whitmore ab. Im Gegenzug erhalten sie noch einen Erststellen-Pick aus Utah, Cleveland oder Minnesota für 2029, falls diese Teams zwischen sechs und 30 Siege fahren. Der Hintergrund: Washington hätte so die Chance auf Ace Bailey (Pick eins nach Utah) und könnte mit Pick zwei Darryn Peterson holen. Zwei große Löcher im Kader auf einmal füllen. Anthony Davis, Trae Young und Alex Sarr wären dann die Ankerpunkte, dazu kämen die Rookies Peterson, Bailey und Kyshawn George. Die Jazz wiederum kriegen endlich ihren Superstar: AJ Dybantsa, der ehemalige BYU-Forward mit Wurzeln in Utah, könnte neben Jaren Jackson Jr. eine dynamische Frontcourt-Kombination bilden.
Bobby Marks, der NBA-Insider zu Front-Office-Fragen bei ESPN, hat danach alle Szenarien durchdiskutiert. Sein Fazit zum ersten Deal: Wenn die Jazz wirklich glauben, dass Dybantsa, Peterson und Cameron Boozer die drei besten Talente sind, dann ist dieser Trade nur was für die Ultra-Optimisten. Falls Dybantsa aber generational ist, wie viele sagen, könnte es sich rechnen. Für Washington ist der Move deutlich einfacher zu rechtfertigen: Ein Pick nach hinten rutschen, dafür Bailey kriegen und schon 2029 einen zusätzlichen Erststellen-Pick kassieren. Das geht auf.
Auch der zweite Trade zeigt, wie aktiv es rund um den Draft werden könnte. Brooklyn Nets steigen zum Pick drei auf, indem sie an die Memphis Grizzlies den Pick sechs plus erste Runden-Picks von 2030 und 2032 abtreten. Die Nets wollen damit endlich bessere Glück beim Lotterie-System haben.
Der dritte Vorschlag sieht Oklahoma City Thunder, die gerade aus den Western Conference Finals kommen, nach einem großen Center suchen. Der vierte Trade dreht sich um Giannis Antetokounmpo, der vor dem Draft noch wechseln könnte. Die Sacramento Kings versuchen, mit einem Trade in die Top fünf zu kommen, um einen Guard zu schnappen. Charlotte Hornets straffen ihre Lottery-Picks zusammen und fahren mit einem Mega-Deal zum Pick neun. Das sind die sechs Handels-Ideen, die in den kommenden Wochen die Runde machen könnten.
Für deutsche Basketball-Fans ist das eine wichtige Lektion: Der NBA-Draft ist längst nicht Geschichte, wenn die Lottery vorbei ist. Die heißesten Diskussionen, die echten Überraschungen kommen oft erst kurz vorher oder kurz nachher. Wer 2026 Top-Talente wie Dybantsa, Peterson oder Bailey im richtigen Jersey sehen will, sollte noch warten, bevor er sein Trikot kauft. ballports wird die Trade-Spekulationen verfolgen.