New York führt nach dem spektakulärsten Comeback der NBA-Playoff-Geschichte mit 3:1 in der Serie. Die Knicks brauchten in Game 4 ein Wunder, um ihre erste Meisterschaft seit 1973 näher zu bringen.
Es war eines jener Spiele, das man nicht vergessen wird. Die Knicks lagen zur Halbzeit mit 27 Punkten zurück gegen die San Antonio Spurs, erlebten dann aber die größte Halbzeit-Aufholjagd in der Geschichte der NBA-Playoffs. Jalen Brunson und OG Anunoby schossen jeweils über 30 Punkte und führten New York zu einer 29-Punkte-Aufholjagd. "Du brauchst ein bisschen Glück im Sport", sagte Knicks-Coach Mike Brown nach Spielende. "Aber du kannst dir dein Glück auch selbst machen. Wir hatten beides."
Dass die Knicks diese Partie gewonnen haben, ist statistische Ausnahme. Teams führen in den Finals 37:1, wenn sie nach vier Spielen mit 3:1 vorne liegen. Nur die Cleveland Cavaliers 2016 haben einen 3:1-Rückstand aufgeholt. Aber Victor Wembanyama spielte bei keinem dieser Teams.
Die Spurs wirken dennoch nicht geschlagen. Sie haben alle vier Finalspiele irgendwann mit zweistelligen Führungen angeführt. Coach Mitch Johnson sagte nach Game 4: "Wir fühlen uns, als hätten wir den Ausgang aller vier Spiele selbst entschieden." Keldon Johnson, der Sixth Man of the Year, betonte, dass die Mannschaft an sich glaubt. Die Spurs hatten bereits in den Western Conference Finals gegen Oklahoma City mit 3:2 zurückgelegen, gewannen dann zweimal in Serie und zogen ins Finale ein.
Game 5 steht am Samstagabend um 20:30 Uhr ET auf ABC an. Für die Knicks geht es um die erste Meisterschaft seit 54 Jahren. Für die Spurs ist es ein Last-Stand-Szenario in San Antonio, wobei sie wissen, dass alles für sie spricht, wenn sie dieses Spiel gewinnen. Die Serie könnte nach New York zurückkehren.
Faszinierend ist das statistische Muster dieser Finals: Alle vier Spiele waren Einpunkt-Entscheidungen in den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit. Das ist die erst dritte Finals in der NBA-Geschichte mit diesem Muster. Sowohl die Knicks als auch die Spurs haben bewiesen, dass sie in extremen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können. Für deutsche Basketball-Fans ist der Wembanyama-Faktor entscheidend. Der junge Center aus Frankreich spielt auf Franchise-Level und hat die Spurs bereits durch ein ganzes Playoff-Run getragen, in dem sie mehrfach vor dem Aus standen. Sollten die Spurs Game 5 gewinnen und die Serie zurück nach New York bringen, wird sein Einfluss weiter wachsen. Wembanyama könnte sich selbst in dieser kurzen Zeit als einer der prägenden Spieler dieser Playoffs etablieren.