Die Kontrolle über Name, Image und Likeness-Verträge im College Football wird immer strenger. Seit ihrer Gründung vor einem Jahr hat die College Sports Commission (CSC) fast 90 Millionen Dollar an NIL-Deals abgelehnt, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten NIL Data Report der Organisation hervorgeht. Gleichzeitig hat NIL Go, die von Deloitte betriebene Prüfstelle für unabhängige NIL-Deals ab 600 Dollar Volumen, seit ihrem Start am 11. Juni 2025 insgesamt 355 Millionen Dollar genehmigt.
Die Zahlen aus den vergangenen zwei Monaten sind besonders aussagekräftig. Zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni lehnte die CSC NIL-Deals im Wert von 34 Millionen Dollar ab, während sie Verträge im Umfang von 113 Millionen Dollar freigab. Der Durchschnittswert der genehmigten Deals lag bei knapp 14.800 Dollar, während abgelehnte Deals im Schnitt 51.600 Dollar wert waren. Das deutet auf ein Muster hin: Die Kommission schaut besonders kritisch bei größeren Verträgen hin. Lediglich zwei Deals befinden sich derzeit in einem Schiedsverfahren. Insgesamt hat die CSC im vergangenen Jahr fast 90 NIL-Deals pro Tag endgültig bewertet.
Die Ablehnung so vieler Verträge folgt Monaten der Anspannung zwischen der CSC und den Universitäten. In einem Memo an die Athletic Directors im Januar äußerte die Kommission "ernsthafte Bedenken" gegen bestimmte Deal-Strukturen. Konkret kritisierte sie Verträge ohne erkennbaren geschäftlichen Hintergrund, solche die zukünftige Spielerrechte einbinden, und Agreements die nicht dem fairen Marktwert entsprechen. "Ohne ein bestimmtes Deal vorab zu beurteilen: Wir haben ernsthafte Bedenken gegen einige der Vertragsbedingungen, die geplant sind, und gegen die Konsequenzen dieser Deals für alle beteiligten Parteien", hieß es in dem Schreiben.
Inzwischen versuchen große Programme wie Kentucky, Ohio State und Utah, neue Wege zu finden. Sie bauen separate Unternehmensstrukturen auf, um schulgebundene NIL-Gelegenheiten abseits der CSC-Kontrolle zu organisieren. Diese Konstruktionen zielen darauf ab, die Revenue-Share-Obergrenze von 20,5 Millionen Dollar zu umgehen. Im Mai gewann die CSC einen Schiedsfall gegen 18 Nebraska-Footballspieler, die mit der Agentur Playfly Sports millionenschwere NIL-Verträge arrangiert hatten. Ein neutraler Schiedsrichter bestätigte die Ablehnung der CSC. "Das Verfahren zeigt, dass unser System funktioniert: Eine Entscheidung von uns wurde angefochten, und ein neutraler Schiedsrichter hat die Fakten bewertet", sagte CSC-Chef Bryan Seeley nach dem Urteil.
Für deutsche College-Football-Fans ist diese Entwicklung relevant, weil sie zeigt, wie der US-Universitätssport seine NIL-Märkte zu regulieren versucht. Das Hin und Her zwischen Universitäten und der Kommission wird die Spielermarkt-Dynamiken weiter prägen, besonders bei Top-Profilen, die große Deals erwartet hätten. Wer in der kommenden Saison beobachtet, welche Spieler zu welchen Schools gehen, sollte im Hinterkopf behalten: Ein Teil dieser Entscheidungen wird durch NIL-Realitäten beeinflusst, nicht nur durch sportliche Faktoren. Die CSC wirkt wie eine echte Schranke, auch wenn Universitäten kreativ nach Schlupflöchern suchen.