Die NCAA hat die Spielereligibilität reformiert, und die Auswirkungen sind für eine ganz bestimmte Gruppe unmittelbar spürbar: Senior-Quarterbacks, die noch keine Redshirt-Saison genutzt haben, bekommen jetzt die Option, 2027 für ein fünftes Jahr zurückzukehren. Devon Dampier von der University of Utah steht vor dieser Entscheidung. Der 26-Game-Starter möchte nach dieser Saison in den NFL Draft gehen, sieht die neue Regelung aber als wichtige Absicherung. "Mein Traum ist es, dieses Jahr in die Liga zu gehen", sagte Dampier während der Big 12 Media Days, "aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich jetzt noch ein Jahr habe, falls ich es brauche."
Dampier ist einer von mehreren namhaften QBs in dieser Lage. Avery Johnson von Kansas State, Jaylen Raynor von Iowa State, Anthony Colandrea von Nebraska, Aidan Chiles von Northwestern, Jackson Arnold von UNLV und Nick Minicucci von Delaware können alle von dieser fünften Saison profitieren. Die Reaktionen sind unterschiedlich: Johnson konzentriert sich vollkommen auf die laufende Saison und möchte erst nach dem Spieljahr mit Trainer Collin Klein über die Zukunft sprechen. Raynor, der von Arkansas State zu Iowa State wechselte, denkt schon über zwei Spielzeiten bei den Cyclones nach. Er wird im Dezember seinen Bachelor abschließen und könnte dann noch einen Master machen, wenn er für eine fünfte Saison bleibt.
Dampier selbst begrüßt die Reform ausdrücklich. Die neue Regelung schafft Viergame-Redshirts ab und endet mit dem komplizierten System von Eligibility Waivers, das in der NIL-Ära völlig aus den Fugen geraten war. "Eine Menge Leute sind wirklich froh darüber", sagte er. "Ich denke, das ist der sicherere Weg für College Football. Es ermöglicht Spielern, auch mit Verletzungen spielen zu können. Das ist etwas, das wir als Footballspieler durchziehen." Für Utah-Trainer Morgan Scalley schafft diese Regel ein angenehmes Dilemma: Sein Quarterback-Room ist hochwertig besetzt. Byrd Ficklin ist Dampiers klarer Nachfolger und hat sich als Sophomore verpflichtet, um sich in Hinblick auf einen Start 2027 zu entwickeln. "Es ist ein schönes Problem, zwei wirklich gute Quarterbacks zu haben", sagte Scalley.
Die Reform beendet auch ein hartnäckiges Problem in der College-Football-Welt: Spieler, die nach vier Einsätzen die Saison beendeten, um ihre Eligibilität zu schonen und danach in den Transfer Portal zu gehen. Trainer wie Collin Klein hatten solche Situationen über Jahre hinweg bewältigt. Unter der neuen Regelung gelten diese Szenarien nicht mehr, denn Spieler haben jetzt ohnehin das Angebot einer zusätzlichen Saison. Allerdings gibt es eine wichtige Grenze: Wer 2025 sein letztes Eligibilitätsjahr nutzte, bekommt keine zusätzliche Spielzeit.
Für deutsche Football-Fans ist diese Nachricht interessant, weil sie zeigt, wie flexibel die NCAA jetzt ihre Regeln anpasst. Ein Quarterback wie Devon Dampier könnte Anfang 2026 ein attraktiver Name im NFL Draft sein, muss diese Entscheidung aber nicht überhastet treffen. Verletzungen oder schlechtere Performance könnten ihn zur Rückkehr bewegen, ohne dass er sein Karriere-Fenster verschließt. Für die kommenden Seasons sollten deutsche Fans im Auge behalten, welche Stars diese fünfte Saison nutzen und wer trotzdem früh zum Draft geht. Die Regeländerung macht die Draft-Perspektiven unvorhersehbarer, eröffnet aber auch ungewöhnliche Szenarien, wo Spieler später noch Entwicklungsschritte gehen können.