Brendan Sorsby wird 2026 nicht in die NFL einsteigen. Die Liga hat sich gegen die Abhaltung eines Supplemental Draft entschieden, obwohl sie laut Tarifvertrag das Recht dazu hätte. Die Begründung der NFL-Offiziellen war pragmatisch: Ein zusätzlicher Draft würde Teams während der Vorbereitung auf die neue Saison nur ablenken.
Doch hinter dieser formalen Erklärung steckt ein größeres Problem. Sorsby hatte sich bei der NFL um eine Ausnahmegenehmigung beworben, um trotz seiner Vergangenheit drafted werden zu können. Diese Petition lehnte die Liga ab. Der Grund liegt in Sorbys Wettspielen. Der Quarterback gab zu, tausende Male auf College- und Profisport gewettet zu haben. Die Summe: über 90.000 Dollar. Besonders kritisch waren 40 Wetten auf Indiana Football, während Sorsby selbst für die Hoosiers auf dem Feld stand.
In einem Brief an Sorsby, den ESPN einsehen konnte, war die Liga unmissverständlich: Seine Petition kam nur drei Arbeitstage vor der Frist, ohne jegliche Dokumentation oder unterstützende Unterlagen. Hinzu kam, dass Sorsby diese Petition erst einreichte, nachdem er seine kürzliche Klage gegen NCAA-Sanktionen fallen gelassen hatte. Ein NFL-Vertreter fasste die Position zusammen: "Seine Bewerbung bringt massive Probleme mit sich. Im Kern geht es um Spiel-Integrität."
Für deutsche Football-Fans ist Sorsby ein Beispiel, wie ernst die nordamerikanischen Ligen die Regeln rund um Glücksspiel nehmen, auch wenn ein Spieler ansonsten talentiert ist. Anders als in manchen europäischen Kontexten duldet die NFL hier keinen Millimeter Spielraum. Sorbys Fall zeigt auch, dass allein sportliche Fähigkeiten nicht ausreichen, um Bedenken der Liga zu zerstreuen. Der Weg zurück ins professionelle Football wird für den QB deutlich länger, als erhofft.