Bengals-Notfall oder Sommerhysterie? Die großen Überreaktionen der Offseason
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Bengals-Notfall oder Sommerhysterie? Die großen Überreaktionen der Offseason

Der Sommer 2026 ist ruhig geworden in der NFL. Die OTAs und Minicamps sind vorbei, Trainer und Spieler genießen ihre Auszeit. Erst in etwa einem Monat geht es wieder los mit den Trainingslagern. Doch genug Zeit, um zurückzuschauen auf eine turbulente Offseason und zu sortieren, was wirklich wichtig war und was nur Lärm. Die Reise zum Super Bowl LXI nach Los Angeles beginnt für alle 32 Teams, doch nicht jede Schlagzeile verdient die Aufmerksamkeit, die sie bekommen hat.

Nehmen wir die Cincinnati Bengals. Joe Burrow und sein Team haben drei Jahre hintereinander die Playoffs verpasst. 2025 war sogar eine Losing Season, die erste seit Burrows verletzungsgeprägtem Rookie-Jahr 2020. Das Bild ist schnell gezeichnet: Die Offensive läuft, wenn Burrow fit ist, doch die Defense ist kollabiert. Von 2021 bis 2022, als die Bengals zweimal deep in die Playoffs kamen, gehörte die Defensive zu den besten der Liga. Inzwischen rangiert Cincinnati im defensiven EPA-Ranking auf Platz 29 der NFL. Auf der Offensiv-Seite sieht es völlig anders aus. Die Bengals halten auf Platz 10 im offensiven EPA, und sie haben alle elf Starter der Offensive von der letzten Saison behalten.

Die Reaktion der Front Office auf diese Realität war deutlich. Cincinnati holte sich Defensive Tackle Dexter Lawrence II von den Giants für den 10. Pick im Draft. Edge Rusher Boye Mafe kam aus Seattle, Safety Bryan Cook von den Chiefs. Im Draft selbst packten sie Edge Rusher Cashius Howell aus Texas A&M in Runde zwei und Cornerback Tacario Davis von Washington in Runde drei. Ein Investitions-Spree, der für die Bengals ungewöhnlich ist. Al Golden geht in sein zweites Jahr als Defensive Coordinator mit einer komplett überholten Unit.

Das Besondere: Die Bengals sind das einzige Team in der AFC North, das seinen Head Coach nicht gewechselt hat. Zac Taylor bleibt. Und der Schedule? Projiziert als einer der drei oder vier einfachsten der ganzen Liga. Das kann man jetzt lesen als: Jetzt oder nie. Entweder funktioniert diese Defense endlich wieder neben Burrows Offense, oder die Bengals verpassen erneut die Playoffs. Dann könnte es für Taylor in seinem achten Jahr als Head Coach auch das letzte sein. Die Bengals haben viel Geld ausgegeben, um die Offense zusammenzuhalten. Sie haben sich bei der Defense ungewöhnlich weit aus dem Fenster gelehnt. Das ist kein Hype, das ist Ernst.

Für deutsche Footballfans, die die Bengals im Auge behalten, wird es spannend. Burrow gehört zu den Top-Tier-Quarterbacks der Liga, und wenn Cincinnati endlich eine Defense baut, die seine Offense unterstützt, kann das Team plötzlich wieder relevant sein. Die Fantasy-Bedeutung ist klar: Bengals-Offensive Spieler werden interessanter, je besser die neue Defense hält. Das ist die seltene Konstellation, in der ein Team mit großem Druck alle Karten ausspielt. Für die ELF-Scouting-Community ein gutes Lehrstück, wie man Löcher stopft.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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