Wembanyama und die Spurs glauben an das Comeback
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Wembanyama und die Spurs glauben an das Comeback

Die San Antonio Spurs stehen mit dem Rücken zur Wand. Nach zwei Niederlagen daheim gegen die New York Knicks in den NBA Finals liegen sie 0-2 zurück, jetzt geht es zu zwei Auswärtsspielen nach Madison Square Garden. Fünf Teams in der NBA-Geschichte haben einen 2-0-Rückstand in den Finals gedreht. Das letzte war Milwaukee 2021. Die Spurs sehen keinen Grund, warum sie nicht die sechste Mannschaft sein sollten.

Victor Wembanyama sprach nach einer lockeren Trainingseinheit am Sonntag in der Madison Square Garden Arena über den Druck, der auf seinen Schultern lastet. Der französische Superstar wirkte entspannt. "Der Schlüssel ist Akzeptanz", sagte der 20-Jährige. "Einen Schritt zurücktreten, das Gelernte würdigen und verstehen, was noch vor uns liegt. Mit mir selbst im Reinen sein, mit dem Moment. Das ist genau das, wofür ich geboren bin. Es gibt keinen Grund zu überdenken."

Dabei waren die letzten zwei Spiele für die Spurs zum Verzweifeln. In Game 2 am Freitag verloren sie daheim 104-105 gegen New York. Mit 9,5 Sekunden auf der Uhr hatte Wembanyama einen Ballverlust, was zu einem Foul an Jalen Brunson führte. Der Knicks-Guard machte seinen Freiwurf. Wembanyama bekam noch eine Chance mit einem Jumper, verschoss aber. Damit wurde er zum ersten Spieler seit Einführung der Play-by-Play-Statistik (seit 1997-98), der in den letzten zehn Sekunden eines Finals-Spiels einen Ballverlust, ein Foul und einen Fehlwurf aufsammelte.

Auch Game 1 hätte San Antonio gewinnen können. Die Spurs führten mit einer Minute und 16 Sekunden Restzeit noch mit einem Punkt, ließen die Knicks aber mit einem 11-0-Run davonziehen und verloren 95-105. "Wir hätten unsere gute Arbeit nutzen müssen", sagte Wembanyama. "Wir haben vieles falsch gemacht, waren aber auch unermüdlich. Jetzt müssen diese Lektionen etwas bewirken."

Trainer Mitch Johnson sieht das ähnlich. Der junge Spurs-Coach betont seit Tagen, dass sein Team auf dem Niveau spielen muss, das es in der regulären Saison und den ersten drei Playoff-Runden gezeigt hat. "Das größte Thema ist, dass wir gute, harte Arbeit reingesteckt haben, sie aber nicht genutzt haben", erklärte Johnson. "Das lag teilweise an fehlender Disziplin. New York hingegen hat in den letzten Sekunden Würfe versenkt und Possession zu Ende gespielt."

Hall-of-Famer Gregg Popovich, langjähriger Spurs-Coach, besuchte die Mannschaft am Samstag vor dem Flug nach New York. "Seine Botschaft war einfach, die letzten zwei Spiele loszulassen", berichtete Guard Stephon Castle. "Sie sind passiert. Beide waren gewinnbar. Wir haben sie ihnen geschenkt. Jetzt müssen wir weitermachen und uns auf das Nächste konzentrieren."

Ein Detail könnte gegen San Antonio sprechen: Die Spurs haben sechs Spiele in Folge in der Madison Square Garden Arena verloren. Der letzte Sieg dort liegt im November 2019. Von der aktuellen Mannschaft war nur Keldon Johnson dabei, und der spielte damals nicht mal.

Für deutsche NBA-Fans ist Wembanyamas Reaktion auf die Niederlage bemerkenswert. Statt sich von der Kritik unter Druck setzen zu lassen, rahmt er die Finals als Erfüllung seines Traums ein. Das ist die Mentalität, auf die die Spurs bauen müssen, um das Unmögliche zu schaffen. Game 3 steht am Montagabend an.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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