Brunson bleibt cool vor Finals-Heimspiel in New York
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Brunson bleibt cool vor Finals-Heimspiel in New York

New York steht Kopf. Madison Square Garden erlebt zum ersten Mal seit Juni 1999 wieder ein NBA-Finals-Spiel, und die Stadt lässt das deutlich spüren. Rappern wie Jadakiss und Fat Joe sind zu sehen, Schauspieler Ben Stiller sitzt courtside und dokumentiert jeden Moment. Die Ticketpreise schießen in astronomische Höhen, sieben- bis achttausend Dollar für die billigsten Plätze. Josh Hart ärgert sich darüber, dass langjährige Knicks-Fans aus wirtschaftlichen Gründen draußen bleiben müssen, obwohl sie Jahre auf diesen Moment gewartet haben.

Jalen Brunson, der Anführer der Knicks, lässt sich von all dem Trubel nicht ablenken. Während um ihn herum die Euphorie brodelt, behält er einen kühlen Kopf und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Knicks führen 2:0 in der Serie, haben die ersten beiden Finals-Spiele auswärts gewonnen, eine Leistung, die in der NBA-Geschichte nur zwei Teams vor ihnen gelungen ist: Die Chicago Bulls 1993 und die Houston Rockets 1995. Beide Teams gewannen am Ende den Titel. Aber Brunson weiß, dass eine 2:0-Führung noch lange keine Meisterschaft bedeutet. In Spiel 2 hielten die Knicks mit knapper Not 105:104 durch, obwohl die Spurs eine 14-Punkte-Rückstand aufgeholt hatten. Das zeigt, wie gefährlich San Antonio bleibt.

Brunson spricht von Fokus und Präsenz, fast wie Kobe Bryant, dem er als Highschooler in Illinois begegnet ist. Er beschreibt seine Herangehensweise weniger als bewusste Nachahmung von Bryants Mamba Mentality, sondern als natürliche Konsequenz seiner Erziehung. "Ich versuche, im Moment präsent zu bleiben, mental und körperlich bereit zu sein, meine Arbeit zu vertrauen", sagt Brunson. Das Vertrauen ist derzeit auf eine Probe gestellt. In den ersten beiden Finals-Spielen traf Brunson nur 34 Prozent seiner Würfe, ein deutlicher Rückgang gegenüber seinen 50-Prozent-Quoten in den letzten beiden Playoff-Runden, als die Knicks die Philadelphia 76ers und Cleveland Cavaliers ausfegten. Die Spurs legen ihren defensiven Fokus stark auf ihn, körperlich und mental fordernd.

OG Anunoby sieht das anders. "Er nutzt viele Counter-Moves", erklärt der Forward. "Er ist unermüdlich. Egal ob er trifft oder verfehlt, seine Haltung bleibt gleich. Er ist immer konzentriert, immer ruhig und immer aggressiv." Mike Brown, Trainer der Spurs, kennt dieses Problem. Er war 2022 selbst Assistent und weiß genau, wie wichtig es ist, den Point Guard unter Druck zu setzen.

Für deutsche Knicks-Anhänger wird es interessant, wie Brunson die Serie entscheidet. Ein Point Guard, der auch in schwierigen Momenten psychologisch stabil bleibt und nicht den Fokus verliert, hat historisch gute Chancen in Finals-Serien. Die 34-Prozent-Quoten sind zwar besorgniserregend, basieren aber auf einer kleinen Stichprobe. Mit Game 3 daheim im legendären Madison Square Garden dürfte sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Brunson wieder in seinen Rhythmus findet. Wer ihn in dieser Serie verfolgt, sollte weniger auf die Statistiken nach zwei Spielen achten als vielmehr darauf, wie stabil er unter dem enormen Druck agiert.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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