Die Cleveland Browns hätten Myles Garrett nicht zu den Rams abgegeben, ohne dass Los Angeles Jared Verse mitgebracht hätte. Das machte Browns-Generaldirektor Andrew Berry am Dienstag nach Abschluss des Deals deutlich. Berry hatte über Jahre hinweg standhaft geweigert, Angebote für Garrett, den amtierenden NFL Defensive Player of the Year, zu prüfen. Das sollte sich erst nach dem Draft ändern, als die Rams plötzlich konkret wurden.
Die Verhandlungen zogen sich hin, bis Los Angeles bereit war, den 25-jährigen Verse ins Paket zu schnüren. Dazu kamen Draft-Picks für 2027 (erste Runde), 2028 (zweite Runde) und 2029 (dritte Runde). Für Berry war das die Konstellation, die es brauchte. Der Browns-GM machte klar, dass jeder Trade für einen Pass Rusher wie Garrett zwei Dinge erfüllen musste: "Premium Draft Capital und einen jungen, günstigen Star auf einer Premium-Position."
Verse erfüllte genau diese Kriterien. Der 2024er Defensive Rookie of the Year und zweifache Pro Bowler passt, wie Berry sagte, perfekt ins System der Browns. "Er ist im Run Defense und als Pass Rusher ein absoluter Terror," beschrieb der GM den Defensive End. Die Browns hatten sich in den vergangenen Saisons einen Namen mit Defense gemacht, und Verse sollte diesen Standard nahtlos fortsetzen.
Dass der Deal zustande kam, überraschte selbst Berry. "Das hatte ich nicht auf meinem Bingo-Card," gab er zu. Garrett hatte die Trade nicht selbst initiiert. Die Rams hatten die Sonde erst nach Anpassungen an Garretts Vertrag ausgesendet, was viele als Signal für Verhandlungsbereitschaft deuteten. Berry aber hatte lange standgehalten. Erst die Kombination aus Verse und den drei Draft-Picks brachte ihn dazu, seinen Star loszulassen.
Ballports-Take: Für DACH-Fans, die die Browns verfolgen, ist das ein Paradigmenwechsel. Garrett war das Gesicht der Defense geworden, und sein Abgang fühlt sich nach Kapitulation an. Allerdings: Verse ist kein Trostpreis, sondern ein bereits bewährter Elite-Pass Rusher mit Rookie-of-the-Year-Auszeichnung und Pro-Bowl-Nod im Rücken. Die Browns haben ihre Defense nicht abgerissen, sondern umgebaut. Ob das langfristig aufgeht, hängt davon ab, ob Verse in Cleveland genauso dominant wird wie bei den Rams und ob die Picks tatsächlich in Stars umgewandelt werden.