Donald Trump wird als erster amtierender US-Präsident ein NBA-Finals-Spiel besuchen. Für Game 3 zwischen den New York Knicks und San Antonio Spurs bedeutet das drastische Sicherheitsmaßnahmen, die das gesamte Areal rund um Madison Square Garden in einen Hochsicherheitsbereich verwandeln.
Die New York Police Department und der Secret Service haben einen mehrere Häuserblöcke großen Sicherheitsperimeter errichtet. Fans mussten zwei Stunden vor Spielbeginn eintreffen und passieren mehrere Kontrollpunkte mit TSA-ähnlichen Metalldetektoren, wie sie vom Flughafen bekannt sind. Eine No-Bag-Policy wurde eingeführt, also durften Zuschauer keine Taschen mitbringen. Die beliebte Watch Party direkt vor dem Garden wurde abgesagt und auf Bryant Park verlegt, mehrere Häuserblöcke entfernt. Police Commissioner Jessica Tisch erklärte auf einer Pressekonferenz: "Wir konnten keine Watch Parties direkt vor dem Garden unterstützen, wenn ein Präsident zu Besuch ist. Das führt zu Sperrungen in der ganzen Gegend, und genau das werden New Yorker heute Abend beim Garden sehen."
Die Szenen am Madison Square Garden ähnelten bereits vor Trumps Besuch eher einem Flughafen als einem Sportort. Tausende Fans hatten beim US Open im letzten Jahr ähnliche Probleme: Obwohl die Organisatoren den Beginn des Finales zwischen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner um 30 Minuten verschoben, kamen viele Zuschauer verspätet oder gar nicht herein, weil sie zweifach durchleuchtet wurden.
Dazu kommt ein anderes Problem für New York Basketball Fans: Die Ticketpreise sind astronomisch. Ein einfacher Eintritt kostet über 6000 Dollar, was dem durchschnittlichen Monatsmietwohner in New York entspricht. Deshalb haben sich Fans auf Bars, Straßen und eben Watch Parties verlagert. Knicks Guard Jose Alvarado, der aus New York stammt, fasst die Lösung pragmatisch zusammen: "Wir sind New Yorker. Wir finden immer einen Weg, ein Spiel zu schauen. Das ist eben unsere Art."
Das Spiel selbst findet unter großer Spannung statt. Die Knicks haben 13 Siege in Folge erreicht und stehen in den Finals zum ersten Mal seit 1999. Mit nur zwei weiteren Siegen hätten sie ihren ersten Titel seit 1973. Knicks Center Mitchell Robinson zeigte sich unbeeindruckt vom prominenten Gast: "Cool, ich schätze. Wir spielen trotzdem, egal wer hier ist und wer nicht."
Für deutsche Basketball-Fans zeigt sich hier ein bekanntes Problem in den USA: Die Verbindung zwischen großen politischen Ereignissen und Sport schafft logistische Chaos, das am Ende die normalen Zuschauer ausbaden. In der EBL oder beim Berlin-Basketball-Team sind solche Sicherheitsaufwände undenkbar, doch die Szenen aus New York verdeutlichen, wie sehr der amerikanische Sport mit Politik verflochten ist. Wer die Knicks verfolgt, sollte in den kommenden Wochen mit ähnlichen Störungen rechnen, sollte Trump zu weiteren Spielen kommen.