Senatoren einigen sich auf Gesetz für College Sports
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Senatoren einigen sich auf Gesetz für College Sports

Zwei US-Senatoren wollen sich diese Woche auf ein ehrgeiziges Gesetzesvorhaben einigen, das die Probleme im College-Football und College-Basketball angehen soll. Der republikanische Senator Ted Cruz und die demokratische Senatorin Maria Cantwell haben monatelang an dem "Protect College Sports Act" gearbeitet, einem Gesetzentwurf der der NCAA zurück in die Hand spielen könnte, was die Behörde in den letzten Jahren verloren hat: echte Regelkompetenz.

Die Kernidee ist simpel, aber weitreichend. Die NCAA soll eine Ausnahmeregelung vom Kartellrecht bekommen, um mehrere Regeln durchzusetzen, die in den letzten Jahren vor Gericht gescheitert sind. Das betrifft konkret vier Punkte: Spieler dürften die Schule nur einmal wechseln ohne Strafe, die maximale Spielberechtigung läge bei fünf Jahren, ehemalige Profisportler dürften nicht mehr in College-Teams spielen, und Schulen könnten keine Trainer während der Saison von anderen Schulen abwerben. Hinzu kommt eine echte Ausgabenkontrolle. Die NCAA und die neu gegründete College Sports Commission könnten fortan tatsächlich durchsetzen, wieviel jede Schule ihren Athleten zahlen darf.

Das klingt auf dem Papier sauber. Die Realität ist messier. Seit einem Supreme-Court-Urteil von 2021 ist klar: Die College Sports sind nicht vom amerikanischen Kartellrecht ausgenommen. Das hat die Behörde ihre gesamte Kontrolle gekostet. Seitdem zahlen die reichen Schools munter auf die Athleten ein, umgehen jeden Versuch einer Regelkontrolle. Die NCAA und ihre größten Conferences einigten sich zwar 2024 auf eine freiwillige Ausgabengrenze von knapp über 20 Millionen Dollar pro Schule pro Jahr. Aber die reichen Teams finden schnell Wege: Sie partnern mit externen Unternehmen, die dann zusätzlich zahlen. Das Ergebnis ist pervers. Ein Top-Football-Roster kostet heute bis zu 40 Millionen Dollar. Der Wettbewerb zwischen armen und reichen Schulen ist faktisch vorbei.

Cruz und Cantwell sind nicht irgendwer im Senat. Sie sind die ranghöchsten Mitglieder ihrer Parteien im Senate Commerce Committee, dem Gremium das solche Gesetze durchbringt. Das macht ihre Initiative tatsächlich zur ernstesten bislang. Aber der Weg zum Gesetz bleibt holprig. Der Kongress debattiert seit Jahren über College Sports, hat über ein Dutzend öffentliche Anhörungen abgehalten, und bislang ist nichts passiert.

Die wirtschaftlichen Unterschiede sind mittlerweile absurd. Big Ten und SEC berichten jeweils über eine Milliarde Dollar Jahreseinnahmen in der Fiscal Year 2025. ACC und Big 12 liegen Hunderte Millionen darunter. Für Teams in schwächeren Conferences wird es täglich unmöglicher, mit den Großen konkurrieren zu können. Cruz und Cantwell wollen genau das adressieren. "Das ist ein Stabilitätsgesetz, kein reines NIL-Gesetz," sagte Cruz. NIL, das heißt Name, Image, Likeness, die Zahlungen für den Namen und die Popularität eines Spielers. Das System ist aus den Fugen.

Ballports-Take: Für deutsche Football-Fans ist das ein fernliebendes Thema, aber mit Langzeitfolgen. Wenn die NCAA wieder echte Regelkompetenz zurückbekommt, stabilisiert das das Ökosystem, aus dem die NFL ihre Spieler bekommt. Das bedeutet bessere Ausbildung, weniger Chaos, vorhersagbarere Talententwicklung. Für ELF-Fans bedeutet das auch: Die internationalen Spieler, die aus US-Colleges in die NFL und später eventuell nach Europa kommen, hätten einheitlichere Trainingsbedingungen erlebt. Derzeit ist der Path zum College-Football für deutsche Talente auch deshalb so kompliziert, weil das System wild und unübersichtlich ist. Ein stabileres System hilft langfristig auch dem europäischen Football.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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