Kirby Smart fordert SEC zur Unabhängigkeit auf
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Kirby Smart fordert SEC zur Unabhängigkeit auf

Die SEC rebelliert gegen die College-Football-Establishment. Kirby Smart, Trainer von Georgia, hat auf den Spring Meetings der Conferences eine klare Botschaft hinterlassen: Falls sich die großen Conferences nicht auf einheitliche Regeln einigen, sollte die SEC den Weg allein gehen.

Smarts Forderung ist radikal. Er sagte deutlich, dass er sich nicht vor einer Abspaltung fürchtet und die SEC ihrer eigenen Wege gehen könnte, um zu spielen. Das klingt provokativ, doch dahinter steckt ein konkreter Konflikt. Die Diskussionen bei diesen Meetings drehen sich hauptsächlich um die Expansion des College Football Playoff. Aktuell gibt es zwölf Teams im Playoff. Big Ten, ACC, Big 12 und Notre Dame wollen auf 24 Teams expandieren. Die SEC stemmt sich dagegen ab.

Smarts Positionen werden durch seinen Universitätspräsidenten Jere Morehead unterstützt. Dieser hatte bereits eine Woche zuvor erklärt, dass die Georgia Bulldogs bereit sind, für eine eigene SEC-Struktur mit eigenen Regeln zu stimmen, falls der Gesetzgeber nicht eingreift. Morehead sprach von "Anarchie" im Sport und deutete an, dass eine solche Abstimmung in etwa fünf Jahren stattfinden könnte. Das ist kein lockerer Gedanke, sondern ein ernsthaftes Szenario.

Besonders reizt die SEC die endlosen NCAA-Ermittlungen und Klagen, die sie blockieren. Smart brachte seine Frustration auf den Punkt: Zehn oder elf Mal sei er bereits bei diesen Meetings gewesen, und es sei frustrierend, ständig zu hören, dass nichts funktioniert, weil Litigation droht. Doch Smart betont, dass ihm NIL-Ausgaben nicht grundsätzlich gegen den Strich gehen. Es geht um Kontrolle und Fairness. Er will nicht, dass Spieler weniger verdienen, sondern dass es nicht in einen chaotischen Wettbewerb ausartet.

Morehead hat das Szenario einer SEC-Championship als National Championship durchgespielt. Die Übertragungsquoten der Georgia-Alabama-Championship vergangene Saison waren bereits enorm. Würde dieses Spiel um einen National Title gehen, wären die Zahlen explosiv. Das ist für die SEC nicht einfach eine sportliche Frage, sondern auch eine wirtschaftliche: Mit ihrer nationalen Fanbase könnten sie allein erfolgreich sein.

Smart und Morehead sind sich einig. Wenn die SEC selbstständig funktionieren könnte, ohne ständig von Klagen blockiert zu werden, wenn sie ihre eigenen Sportprogramme finanzieren könnte und faire Bedingungen für alle schaffen könnte, dann wäre das aus ihrer Sicht das Idealszenario. Das ist eine klare Ansage an die anderen Conferences und die NCAA.

Ballports-Take: Was sich hier abzeichnet, ist ein fundamentales Machtkampf in der College Football. Die SEC signalisiert, dass sie nicht mehr abhängig von einem nationalen Konsens sein will. Für deutsche Fans, die auf Übertragungen und Streaming-Services angewiesen sind, könnte ein SEC-Exit interessant werden, da eine unabhängige Conference möglicherweise direkter mit internationalen Partnern verhandelt. Allerdings ist auch klar: Das ist vorerst Poker. Smart und Morehead schärfen ihre Verhandlungsposition. In fünf Jahren wird sich zeigen, ob die SEC diesen radikalen Weg tatsächlich geht oder ob die Conferences sich doch noch auf einen Kompromiss einigen.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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