Weniger als zwei Wochen nach seinem Trade von den Philadelphia Eagles zu den New England Patriots hat A.J. Brown bereits Eindruck hinterlassen. Seine Teamkollegen sprechen von einer Normalität, die sich anfühlt, als wäre der Wide Receiver schon immer da gewesen. DeMario Douglas fasste es so zusammen: Es fühlt sich an, als ob A.J. von Anfang an hier ist.
Brown kam mit einer ungewöhnlichen Bescheidenheit an. Bei seiner ersten Trainingseinheit am 2. Juni fragten ihn Teammates, ob er die Stretch-Linie anführen könne. Er lehnte ab, weil er sich das verdienen wollte. Zehn Tage später, am Ende des Mandatory Minicamp am 11. Juni, leitete Brown die Stretch-Linie. Seine Anspruchslosigkeit hatte sich in Akzeptanz verwandelt.
Die sofortige Chemie zwischen Brown und Quarterback Drake Maye fiel sofort auf. Am ersten Tag des Mandatory Minicamp postete sich Brown mit seiner Größe von 1,85 Meter und 226 Pfund in der Low Red Zone gegen Cornerback Kindle Vildor auf, der nur 1,78 Meter groß ist und 190 Pfund wiegt. Mit präziser Ballgabe von Maye schnappte Brown den Ball im engen Fenster. Am Donnerstag leistete sich Brown einen spektakulären Play: Im Endzone-Bereich drehte er sich in der letzten Sekunde um, sprang hoch und fing einen perfekten Pass von Maye und landete mit den Füßen an der linken Seitenlinie. Safety Kevin Byard bemerkte sofort, wie schnell Maye nach Brown schaute. Du kannst sehen, dass sich diese Beziehung schon jetzt entwickelt, sagte Byard.
Browns Einfluss auf die Kultur der Patriots reicht über die Spielweise hinaus. Bei seinem zweiten Training hatte er einen Drop bei einem Go-Ball. Nach dem Training wollte er Liegestütze vor der ganzen Gruppe machen, als Buße für den Fehler. Seine Teamkollegen machten mit. Offensive Line Coach Todd Downing sagte, dass Brown damit eine Kultur der gegenseitigen Verantwortlichkeit geschaffen hat, die beachtlich ist.
Head Coach Mike Vrabel betonte, dass Brown mit einer großartigen Einstellung auftauchte und dass ihn besonders die Interaktionen zwischen Brown und anderen Spielern begeistern. Offensive Coordinator Josh McDaniels erkannte sofort Browns Erfahrung auf höchstem Niveau. Man merkt ihm an, dass er großartiges Route-Verständnis hat, Coverage lesen kann und in jeder Spielsituation weiß, was zu tun ist, erklärte McDaniels.
Aber Browns physische Dominanz ist das, woran sich die Verteidiger am meisten erinnern. Kayshon Boutte beschreibt Browns Fähigkeit bei Fifty-Fifty-Balls so: Sie sind bei ihm eher Hundert-zu-Null für ihn. Ein großer Receiver, der jeden Einzelnen auf dem Feld schlagen kann. Selbst Safety Kevin Byard muss auf seiner Position sichergehen, dass er weiß, wo Brown ist, weil er garantiert, dass Drake genau dorthin wirft.
Brown und Maye planen, vor dem regulären Trainingsbeginn am 24. Juli gemeinsam zu trainieren. Brown beschrieb sein Verhältnis zu Maye als ein großartiger Start, wobei die beiden noch wachsen. Die Pause über das Wochenende half Brown, sich zu beruhigen und in eine gute Position vor dem Training zu kommen.
Für deutsche Patriots-Fans ist dies eine der besten Nachrichten der Offseason. Brown ist einer der besten Wide Receiver der Liga und könnte Maye zum Star machen, bevor dieser überhaupt sein erstes NFL-Spiel absolviert. Die Chemie, die sich schon jetzt aufbaut, könnte bedeuten, dass die Patriots-Offense schneller funktioniert als erwartet. Im Draft-Modus für Fantasy Football sollte man Browns Wert neu bewerten: Er könnte in dieser Saison ein Top-3-Receiver sein, wenn Maye sich schnell entwickelt und die beiden zusammenwachsen.