Indianapoliss Colts beendeten ihr Minicamp am Donnerstag, doch für Free Safety Cam Bynum folgt sofort die nächste Mission. Der 26-Jährige, dessen Mutter von den Philippinen stammt und der dort seinen Offseason verbringt, plant eine Reise in sein zweites Zuhause. Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hatte das Land diese Woche erschüttert. Mindestens 37 Menschen starben, zehntausende wurden obdachlos. Bynum wird sich sofort nach dem Training in die Hilfsarbeit einbringen.
Die erste Hürde ist praktisch: sauberes Wasser. Durch das Beben sind Wasserleitungen gerissen, viele Menschen haben keinen Zugang zu trinkbarem Wasser. Genau hier setzt Bynum an. Über seine Wohltätigkeitsorganisation, die Bynum Faith Foundation, koordiniert er Maßnahmen zur Wasserversorgung. Seine eigene Familie ist unverletzt davongekommen, aber die emotionale Last sitzt tief. Bynum ist mit Boxer Manny Pacquiao befreundet, dessen Heimatstadt General Santos City besonders stark getroffen wurde. Pacquiao startete bereits eine Spendenkampagne für sein Volk.
Bevor Bynum das Camp verließ, sprach er über das Gefühl, jetzt Zeit für solche Einsätze zu haben. Die philippinische Gemeinschaft funktioniert anders als in Amerika, sagt er. Ja, viele Häuser sind zerstört. Aber statt in Resignation zu verfallen, helfen die Menschen einander wieder auf die Beine. "Das ist der wahre Geist der Philippinen," beschreibt Bynum die Solidarität, die auch in Katastrophenzeiten das Land trägt. Er will Teil dieser Bewegung sein, nicht nur Geld spenden, sondern selbst anpacken.
Für deutsche Footballfans ist Bynums Geschichte eine Erinnerung daran, dass die besten Athleten häufig mehr tun als nur Sport. Ein Safety auf dem Level der NFL nutzt seinen Status und seine Ressourcen konkret. Die Colts geben ihm den Raum dafür. Solche Momente zeigen auch, warum die NFL international so wichtig geworden ist: Spieler haben oft tiefe Wurzeln in mehreren Ländern und nehmen ihre Verantwortung ernst.