Jets ohne Gardner: Defensive Neuaufbau auf Prüfstand
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Jets ohne Gardner: Defensive Neuaufbau auf Prüfstand

Die New York Jets haben ein Problem, das sie selbst geschaffen haben. Vor knapp einem Jahr zahlten sie Sauce Gardner 120,4 Millionen Dollar über vier Jahre aus. Ein Statement für einen 23-Jährigen Cornerback, der das Rückgrat ihrer Secondary für ein Jahrzehnt sein sollte. Vier Monate später war er weg, verkauft an die Indianapolis Colts. Die Jets bekamen einen First-Round Pick von 2026 zurück, einen weiteren von 2027 und Wide Receiver Adonai Mitchell. Aber der Schaden in der Secondary war angerichtet.

Nun müssen sich die Jets eine neue Defensive-Backfield bauen, und dafür haben sie Minkah Fitzpatrick als ehemaligen All-Pro Safety geholt. Doch etwas Grundsätzliches fehlt: Interceptions. Im vergangenen Jahr erlebte die Jets-Defense etwas historisch Peinliches. Sie waren das erste Team in der modernen NFL-Historie, das eine komplette Saison ohne auch nur eine einzige Defensive Interception absolvierte. Cornerback Brandon Stephens nannte es "the elephant in the room". "Das ist Teil unseres Namens", sagte Stephens. "Wie schreiben wir diese Geschichte um?"

Stephens selbst ist jener neue Eckpfeiler. Der Free Agent von den Baltimore Ravens kam als solider Spieler, aber kein echter CB1. Im Vorjahr stand er bei 1,1 Yards erlaubt pro Coverage Snap, was ihn bei 75 untersuchten Cornerbacks auf Platz 37 platzierte. Das entspricht dem Liga-Durchschnitt, ein deutliches Signal, dass Stephens Stabilität, nicht Elite-Qualität bringt.

Der Favorit neben ihm ist Nahshon Wright, der 2024 bei den Chicago Bears plötzlich zur Ballhawk wurde. Fünf Interceptions in einer Saison nach nur einer Pick in seinen ersten vier Jahren. Es sieht nach einem Ausreißer aus. Drei seiner Interceptions kamen gegen junge, schwache Quarterbacks: J.J. McCarthy bekam das zweimal zu spüren, Spencer Rattler einmal. Eine weitere Pick entstand auf einem Ende-der-Halbzeit Hail Mary von Joe Flacco. Wrights Yards erlaubt pro Coverage Snap: 1,3 Yards, Rang 54. Er machte große Plays, ließ dafür aber auch viel zu. Auf die Frage, woher sein plötzlicher Ball-Instinkt kommt, sagte Wright: "Es geht darum, ein Gefühl für den Ball zu haben, selbstbewusst genug zu sein, die Augen zum Ball zu bringen. Und es ist Vorbereitung, zu sehen, was Teams machen, welche Route-Konzepte sie laufen, und solche Dinge zu antizipieren."

Dass nur ein Club Wright ein Einjahres-Angebot zu 3,5 Millionen Dollar unterbreitete, spricht Bände über die Liga-Skepsis. Konkurrenz wird durch Azareye'h Thomas und Draft-Pick D'Angelo Ponds entstehen. Der nur 1,73 Meter große Ponds beeindruckte mit Football-Verstand in OTAs und Minicamp, kann flexibel innen und außen spielen und könnte zum Nickel Back werden.

Minkah Fitzpatrick war mal einer der besten Defensive Backs der Liga. Dreimal First-Team All-Pro, 16 Interceptions in diesen drei Jahren (2019, 2020, 2022). Aber in den letzten drei Saisons fing er nur zwei Passes ab. Die Jets setzen darauf, dass ein Veteran wie Fitzpatrick den Unterschied macht.

Die Jets zeigen, dass auch große finanzielle Investitionen ins Leere gehen können. Gardner war mit seinen nur drei Picks in 55 Spielen auch nie ein Ballhawk, aber die Qualität seiner Coverage war schwer zu ersetzen. Deutsche Fans, die Jets-Defense im Fantasy Football im Blick haben, sollten vorsichtig sein. Ein Team, das eine komplette Saison ohne Interception überstanden hat, baut gerade neu auf. Wright könnte explodieren oder wieder zurück zu seiner Low-Volume-Norm finden. Fitzpatrick war mal ein sicherer Pick, aber das war vor Jahren. Diese Secondary könnte eine Falle sein.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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