Nach dem Minicamp der Baltimore Ravens diese Woche äußerte sich Quarterback Lamar Jackson begeistert über die neue Offensive unter Koordinator Declan Doyle. "Ich spüre, dass es dieses Jahr sehr explosiv werden wird", sagte Jackson. "Die Art, wie Declan die Plays aufruft und seine Kreativität, wie detailverliebt er ist -- das ist irre."
Jackson kommt von einer Saison, die nicht nach Plan lief. Mit einem 6-7 Record erlebte er zum ersten Mal in seiner achtjährigen Karriere als Starting Quarterback eine negative Bilanz. Dazu kam: 2.898 Gesamtyards, das schlechteste Ergebnis seiner gesamten Zeit bei Baltimore. Die Ravens verpassten die Playoffs zum ersten Mal seit 2021, und die Offensive schaffte im Schnitt nur 332,2 Yards pro Spiel -- der niedrigste Wert seit 2017.
Doyle bringt mit 30 Jahren neue Energie mit. Der jüngste Play-Caller der Liga soll das System verändern. Jackson hat sich diesen Offseason mehr bei freiwilligen Workouts eingefunden als in den Jahren zuvor, um die neue Terminologie und die Philosophie zu verstehen. Während des Minicamps machte Jackson einen Fehler, pitchte den Ball statt einen Bootleg zu laufen. Doyle beschimpfte ihn im Scherz dafür. "Mir gefällt diese Art des Coachings", sagte Jackson. "Ich will auch detailversessen sein, die Defense verwirren. Wenn wir alles richtig machen -- die kleinen Dinge -- wissen sie nicht, was wir machen oder wozu wir fähig sind. Mit dem Coaching, das Declan bringt, sind die Möglichkeiten grenzenlos."
Jackson hatte historischen Erfolg bei Koordinatorwechseln. 2019 gewann er MVP in seiner ersten Saison mit Greg Roman. 2023 folgte ein zweiter MVP in seiner ersten Saison mit Todd Monken. Kyle Hamilton, Pro Bowl Safety der Ravens, deutete an, dass Jackson in Doyles System "aussieht wie ein zweifacher MVP". "Er wird im Januar 30", sagte Hamilton. "Der Typ bewegt sich immer noch wie ein Spieler von der University of Louisville. Das ist verrückt. Wir freuen uns auf den Tag, an dem alle wie Nummer 8 aussehen."
Eine große Last fällt von Jacksons Schultern ab: Myles Garrett, zweifacher NFL Defensive Player of the Year, wurde von den Cleveland Browns zu den Los Angeles Rams getradet. Jackson musste sich zweimal pro Saison gegen ihn behaupten und wurde von Garrett 12 Mal in 13 Spielen gesackt. Kein anderer Spieler hat das so oft geschafft. "Ich dachte, 'Ja! Ich muss ihn nicht mehr sehen!'" sagte Jackson. Dann aber relativierte er: "Aber wir müssen auch gegen Jared Verse spielen, und der ist auch gut. Myles, alles Gute für dich. Aber ja, das ist toll."
Für deutsche Football-Fans ist Jackson einer der spannendsten Quarterback der Liga -- jemand, der das Spiel mit seiner Athletik umdefiniert. Die Kombination aus einem neuen, jungen Coordinator, der auf Kreativität setzt, und Jacksons Hunger nach Reparatur macht die Ravens 2024 zum Team der Veränderung. Wenn die neuen Systeme greifen und Jackson wieder 35+ Starts bekommt, könnten die Ravens wieder ganz oben mitspielen. Die kommende Saison zeigt, ob dieser Umbruch funktioniert oder ob tiefer reichende Probleme die Ravens bremsen werden.