Kaleb Proctor sollte die Defensive Line der Arizona Cardinals verstärken. Der Rookie aus Southeast Louisiana war in der vierten Runde des Drafts ausgewählt worden und hatte sich trotz seiner FCS-Herkunft durch starke Leistungen gegen FBS-Gegner hervorgetan. Genau das machte ihn für die Cardinals interessant: Seine Fähigkeit, gegen Top-Konkurrenz zu bestehen und dabei auch noch zu liefern.
Bei den OTAs zog sich Proctor jedoch einen Meniskusriss zu. Coach Mike LaFleur gab die Verletzung am Mittwoch bekannt und sprach von mehreren Wochen Ausfallzeit, die notwendig sein werden. Die Befürchtung wiegt schwerer: Ein kompletter Saisonausfall ist durchaus möglich. LaFleur wollte sich nicht festlegen, betonte aber die Ernsthaftigkeit der Situation. "Das ist wirklich ärgerlich", sagte der Head Coach. Proctor fehlte bereits beim Minicamp-Training am Dienstag.
Für die Cardinals ist das ein Rückschlag in der Defensive-Line-Planung. Ein vierter Pick, der auf Potenzial und Filmmaterial basiert, fällt in einer Phase aus, in der er sich in der NFL-Vorbereitung beweisen könnte. Ob die Saison tatsächlich gelaufen ist oder ob eine Rückkehr möglich bleibt, wird sich erst nach weiteren medizinischen Untersuchungen zeigen.
Deutsche Football-Fans, die die Cardinals verfolgen oder Proctor im Auge hatten, müssen sich auf eine längere Abwesenheit einstellen. In der NFL führt ein Meniskusriss regelmäßig zu erheblichen Ausfallzeiten, und bei Rookies ist die Reha oft kompliziert, weil sie keine etablierte Position im Team haben, zu der sie zurückkehren können. Proctor wird zunächst heilen müssen, ehe geklärt wird, ob eine Rückkehr in dieser Saison realistisch bleibt.