Hawks holen Wiggins von Thunder, OKC spart Steuern
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Hawks holen Wiggins von Thunder, OKC spart Steuern

Die NBA-Offseason ist offiziell eröffnet. Der erste große Trade führt Guard Aaron Wiggins von den Oklahoma City Thunder zu den Atlanta Hawks. OKC erhält zwei Second-Round-Picks aus den Jahren 2030 und 2032 zurück und senkt damit die Luxussteuer erheblich. Der Draft steht für den 23. und 24. Juni an, und es wird erwartet, dass noch viele weitere Deals folgen.

Für die Hawks ist diese Verpflichtung ein solider Schachzug. Das Team hat gerade erst Guard CJ McCollum zu günstigen Bedingungen langfristig gebunden und setzt nun seine Aufbauarbeit fort. Wiggins kommt ebenfalls mit minimalem finanziellen Risiko: Sein Vertrag umfasst 9 Millionen Dollar in der Saison 2026-27, 8,2 Millionen in 2027-28 und eine Team-Option über weitere 8,2 Millionen für 2028-29. Für diesen Preis und nur zwei entfernte Draft-Picks holen sich Atlanta einen Spieler, der in Oklahoma City an den Rand der Rotation gedrängt worden war, in Atlanta aber deutlich mehr Verantwortung tragen sollte.

Die Hawks haben eine hochwertige Starting Five, waren aber im vergangenen Jahr dünn besetzt auf der Bank. In ihrer sechsspieligen Playoff-Serie gegen New York war Jonathan Kuminga der einzige Bench-Spieler, der mehr als fünf Punkte pro Spiel erreichte oder mehr als acht Würfe insgesamt nahm. Wiggins kann das ändern. In den letzten drei Saisons erzielte er durchschnittlich 17 Punkte pro 36 Minuten und traf 39% seiner Dreier. Diese Scoring-Fähigkeit macht ihn zu einem Kandidaten für viele Einsatzminuten unter Trainer Quin Snyder. Das wirft allerdings Fragen darüber auf, wo 2024er Number-One-Pick Zaccharie Risacher künftig in Atlantas Rotation seinen Platz hat.

Den einzigen Grund, warum Atlantas Note von A auf B+ fällt, bildet die Unsicherheit über Wiggins' tatsächliches Leistungsniveau. Seine Statistiken sind 2025-26 durchgehend gesunken. Die True-Shooting-Percentage fiel von überdurchschnittlich (66% in 2023-24, 60% in 2024-25) auf unterdurchschnittlich (54% in 2025-26). Selbst schwächere Produktion würde ihn aber noch für Atlanta wertvoll machen, verglichen mit den Alternativen, die das Team sonst zur Verfügung hätte.

Für Oklahoma City ist Wiggins zwar ein solider Spieler, doch im aktuellen Roster wurde er zur Luxus. Er war die 12. oder 13. Option in der Rotation und spielte in den Playoffs nur 75 Minuten. Damit er in OKCs Conference-Finals-Serie gegen die andere Mannschaft hätte Durchschlagskraft zeigen können, hätte er verletzungsbedingt eine echte Chance gebraucht. Diesen Trade zu machen und damit Luxussteuer-Volumen freizusetzen, macht für die Thunder Sinn. Für diese Entscheidung vergeben die Thunder auch die Note B.

Wiggins' Transfer zeigt ein klassisches Muster der modernen NBA: Ein produktiver Spieler passt einfach nicht ins tiefe Rotation-Konstrukt eines Contenders, kann aber in einem Team mit weniger Tiefe ein wichtiger Teil sein. Deutsche Fans sollten den Deal vor allem beobachten, weil er illustriert, wie schnell sich in der NBA die Chancen für junge oder etablierte Spieler verschieben. Wiggins könnte in Atlanta neue Bedeutung gewinnen, während OKC sein knapp bemessenes Steuerkonto saniert. Es ist ein Trade, der beide Seiten rational macht, auch wenn Wiggins persönlich die größere Chance bekommt, seine Karriere wieder in Schwung zu bringen.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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