NBA beschließt radikale Lotterie-Reform gegen gezieltes Abstürzen
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NBA beschließt radikale Lotterie-Reform gegen gezieltes Abstürzen

Die NBA hat ihre Draft-Lottery grundlegend umgestaltet. Die Board of Governors stimmte mit 29:1 Stimmen für ein neues System, das Teams davon abhält, absichtlich Spiele zu verlieren um bessere Draft-Chancen zu bekommen. Nur die Memphis Grizzlies stimmten dagegen.

Das Kernstück der Reform ist eine Expansion der Lottery von 14 auf 16 Teams. Neu dabei sind die 8-Seeds aus beiden Conferences sowie die Verlierer der Play-in-Spiele. Doch die größte Änderung betrifft die drei schlechtesten Teams der Liga. Sie erhalten jetzt deutlich weniger Ping-Pong-Bälle in der Auslosung als bisher. Das neue "3-2-1"-System bedeutet: Die drei Teams mit den schlechtesten Bilanzen bekommen je zwei Bälle, die Teams auf den Plätzen vier bis zehn erhalten je drei Bälle. Die Play-in-Seeds der neun und zehn erhalten zwei Bälle, die Verlierer der 7-8-Spiele einen Ball.

Aber es kommt noch härter. Die drei schlechtesten Teams können nun maximal an Position 12 ziehen. Damit ist das Anreiz-System umgekehrt: Absichtlich schlecht spielen lohnt sich nicht mehr. Bisher wurden nur die unteren vier Teams in die Lotterie einbezogen, die anderen zehn wurden nach inverse Platzierung sortiert. Jetzt sind alle 16 Teams im Pool, was die NBA wahrscheinlich ab nächstem Jahr live übertragen wird.

Darüber hinaus gibt es weitere Anti-Tanking-Maßnahmen. Kein Team darf mehr zwei Jahre hintereinander die Nummer eins wählen. Die Washington Wizards, die dieses Jahr die Lotterie gewannen, können 2027 also nicht nochmal die erste Pick bekommen. Auch drei Top-Five-Picks in Folge sind nun verboten, was derzeit nur die Utah Jazz betrifft. Weil Utah seinen Pick bereits an Memphis getradet hat, kann dieser Pick 2027 nicht höher als Position sechs sein.

Neu ist auch: Teams können Picks in den Slots 12 bis 15 nicht mehr schützen, wenn sie diese in Trades weitergegeben haben. Das soll verhindern, dass verschobene Picks künstlich manipuliert werden. Alle bisherigen Pick-Schutzvereinbarungen bleiben bestehen.

Das System läuft vorerst bis 2029, dann endet es automatisch. Das gibt der Liga die Möglichkeit zu evaluieren oder etwas komplett Neues einzuführen. NBA-Commissioner Adam Silver hatte im März klargemacht, dass das Tanking-Problem höchste Priorität hat. Mit diesen Maßnahmen soll sich das Verhalten der Teams massiv ändern.

Ballports-Take: Für europäische Basketball-Fans ist das System kompliziert, aber die Botschaft ist klar: Die NBA will wieder echte Wettkämpfe statt Abstiegsrennen. Das macht den Draft spannen und die Regular Season wieder relevant für schwache Teams. Die Auswirkungen werden beträchtlich sein, wenn große Franchises wie Utah ihre Strategie neu überdenken müssen. Wer deutsche Spieler in der NBA folgt, sollte im Auge behalten, wie sich das auf die Chancen von Rookies auf schlechteren Teams auswirkt.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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