Die Fantasy-Basketball-Rankings der WNBA erleben diese Woche deutliche Verschiebungen, angetrieben durch veränderte Rollenverteilungen und Verletzungsprobleme bei etablierten Stars. Bei den Las Vegas Aces vollzieht sich ein faszinierender Wechsel: Chennedy Carter, die ein Jahr lang nicht in der Liga gespielt hatte, ist sofort wieder angekommen und arbeitet sich in den Rankings nach oben. Sie positioniert sich dabei als Favoritin für die Auszeichnung zur Sixth Player of the Year. Auf der anderen Seite der Aces verliert Jewell Loyd an Fantasy-Wert, die letzte Saison als wichtige Ersatzspielerin in Richtung Meisterschaft beitrug.
Bei den Portland Fire sorgen zwei Spielerinnen für positive Überraschungen. Emily Engstler ist um mehr als 50 Plätze gestiegen, während Bridget Carleton mehr als 25 Plätze gutmacht und jetzt in die Top 40 vordringt. Beide haben sich als primäre Scorererinnen etabliert. Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei Arike Ogunbowale von den Dallas Wings. Sie ist von Platz sieben in der Vorsaison auf Rang 28 gefallen, mehr als 20 Plätze nach unten. Die Schuld liegt bei einer Verdopplung der Konkurrenz in ihrem eigenen Backcourt: Paige Bueckers kam als Top Pick der letzten Saison zu Dallas und übernahm einen großen Teil der Schüsse. Jetzt kommt mit Azzi Fudd noch eine weitere Elite-Guard dazu, die ihr früheres UConn-Teammate Bueckers als primäre Scorerin ergänzt. Fudd droht sofort einzuschlagen, sie warf gerade Career-High 24 Punkte mit sechs Dreiern. Mit nur einem Ball und zwei Elite-Scorern neben sich sinkt Ogunbowales Ceiling massiv.
Verletzungsprobleme treffen die Rankings von oben herab. Caitlin Clark von Indiana reaggravierte ihre Leistenzerrung am Dienstagabend und ist für Mittwoch fraglich, bevor die Liga in die All-Star Break geht. Weil die Blessur hartnäckig wirkt, rutscht Clark auf Rang vier hinter Breanna Stewart ab. Rhyne Howard fiel ebenfalls, nachdem sie zu Saisonbeginn stark performte und vor wenigen Wochen noch die Liga in Fantasy-Punkten anführte. Sie wird frühestens nächsten Monat wegen ihrer Knieprobleme zurückerwartet. Anders sieht es bei Kamilla Cardoso aus, die einen großen positiven Sprung schafft. Sie fehlte vier Spiele für die brasilianische Nationalmannschaft beim FIBA AmeriCup, spielte aber vorher bereits gut und hat seither nahtlos angeknüpft. In ihren letzten sechs Spielen scored Cardoso mindestens 17 Punkte in vier davon.
Ein unerwartetes Comeback-Story schreiben DeWanna Bonner und die Phoenix Mercury. Bonner kämpfte früh in der Saison bei Indiana und bat um ihre Freigabe. Phoenix nahm die Gelegenheit, und Bonner nutzt ihre zweite Chance eindrucksvoll. In ihrem zweiten Spiel für Mercury legte sie 22 Punkte und 11 Rebounds in 29 Minuten von der Bank aus auf. Sie könnte sich zum Starter-Level in Fantasy entwickeln, auch wenn sie weiterhin in Spielzeit limitiert ist.
Ballports-Take: Diese Rankings-Verschiebungen zeigen, wie schnell sich Fantasy-Werte in der WNBA durch Trades und neue Rollen ändern. Deutsche Fans, die Caitlin Clark folgen, sollten ihre Verletzung ernst nehmen, da Groinprobleme hartnäckig sein können. Besonders interessant für Fantasy-Spieler: Die Platzierungen von Spielerinnen, die in neue Rollen kommen wie Bonner, entwickeln sich oft schneller nach oben als erwartet. Ogunbowales Fall zeigt auch, warum Backcourt-Überlastung ein reales Fantasy-Problem ist, das es in Draft-Strategien zu vermeiden gilt.