Zehn Jahre nach ihrem Titelgewinn haben sich Spieler der Cleveland Cavaliers 2015-16 zu einer Reunion in Großbritannien getroffen. LeBron James, Kevin Love, J.R. Smith, Richard Jefferson, Tristan Thompson und Channing Frye verbrachten mehrere Tage zusammen auf den Golfplätzen Schottlands und Englands. Die Gruppe posierte gemeinsam vor der Tower Bridge in London und spielte Golf im Loch Lomond Golf Club in Schottland, einem der weltbesten privaten Golfclubs. Auf ihren Instagram-Profilen teilten sie Fotos von Golfpartien, Weinverkostungen und gemeinsamen Abendessen. In einem gemeinsamen Post schrieben James, Smith, Thompson und Frye nur kurz: "The group chat finally linked up." Ein anderes Video zeigte Thompson, der seinen Teamkollegen auf dem Golfplatz Getränke servierte, mit dem Kommentar: "We all have roles."
Kyrie Irving fehlte bei dieser Reunion auffällig. Irving war es gewesen, der in Spiel 7 der Finals 2016 gegen die Golden State Warriors den entscheidenden Dreier versenkt hatte. Smith kommentierte Irvings Abwesenheit deutlich: Der Guard sei eingeladen worden, habe sich dann aber nicht gemeldet. Irving war nach der Saison 2016-17 zu den Boston Celtics gehandelt worden, nachdem er einen Trade angefordert hatte.
Die Reunion kam nicht aus dem Nichts. Smith hatte bereits in seinem Podcast "The Richard Show" eine zehnjährige Jubiläumsserie gestartet, in der Love, Thompson und Iman Shumpert zu Wort kamen. Während dieser Episoden deutete Smith an, dass die Gruppe einen Golftrip planen würde. "Diese Jungs wollen 36 Löcher an einem Tag spielen. Sie sind fokussiert", sagte Smith damals, der selbst an der North Carolina A&T Golf gespielt hatte. Die Pläne aus der Gruppe wurden tatsächlich umgesetzt, und seitdem teilen die Champions jeden Stopp ihrer Reise in den sozialen Medien.
Der zehnte Jahrestag des Titelgewinns fällt auf Freitag. Die Cavaliers hatten damals gegen die 73-Siege-Warriors ein unmögliches 3-1-Defizit aufgeholt, das erste Comeback dieser Art in den NBA Finals. Es war auch die erste Meisterschaft in der Geschichte Clevelands. In den beiden folgenden Saisons kamen die Cavs erneut in die Finals, verloren allerdings beide Male gegen Golden State.
Für deutsche NBA-Fans, die diese legendäre Cavs-Ära verfolgt haben, ist die Reunion nostalgisch. Sie zeigt, dass dieser Kreis aus James, Love und den Role Players eine echte Bindung aufgebaut hat. Nur Irving bleibt das Gesicht der Entfremdung, ein Symbol für die Konflikte die letztlich auch diese Dynasty zerstörten. Wer damals nächtelang die Finals verfolgten, dürfte bei diesen Bildern aus Schottland wieder 2016 verspüren.