Die New York Knicks haben gerade ihren ersten NBA-Titel seit 53 Jahren gewonnen. Das Team spielte großartig zusammen, Karl-Anthony Towns war ein Schlüsselspieler in einer beeindruckenden 13-Spiele-Siegesserie in den Playoffs. Eigentlich die perfekte Gelegenheit, die erfolgreiche Mannschaft zusammenzuhalten und erneut zum Finals-Favoriten zu werden. Doch Besitzer James Dolan machte am Mittwoch deutlich, dass finanziell eine rote Linie gezogen ist.
"Wir können nicht in die zweite Apron gehen", sagte Dolan im Radio-Interview bei WFAN in New York. Die zweite Apron ist eine NBA-Strafzone für besonders hohe Gehaltssummen. Wer dort ankommt, verliert massive Flexibilität beim Roster-Aufbau. Nur die Cleveland Cavaliers waren in der vergangenen Saison bereit, diesen Preis zu zahlen.
Dolan betonte: "Ich weiß nicht, ob wir das hinbekommen. Wir sind bereit zu stretchen, aber es gibt Dinge in der NBA, bei denen man verrückt sein müsste, sie zu tun. Eines davon ist die zweite Apron." Der Besitzer sagte, er werde "so große Schecks schreiben wie möglich", aber nicht über diese Schwelle hinaus. Die Konsequenzen sind drastisch. Teams über der zweiten Apron dürfen keine Mittel in Trades einbringen, können die Mid-Level Exception nicht nutzen und haben massive Beschränkungen bei Trades und First-Round-Picks.
Die aktuelle Situation der Knicks ist zwar noch etwas Luft nach oben. Nach ESPN-Berechnungen werden sie im Sommer etwa 13 Millionen Dollar unter der zweiten Apron liegen. Doch dieser Puffer ist dünn. In der vergangenen Saison lagen die Knicks nur 200.000 Dollar darunter. Rotation-Player wie Mitchell Robinson und Landry Shamet sind Free Agents. Jose Alvarado kann sich noch bis Montag für eine 4,5-Millionen-Option entscheiden. Die Starting Five ist unter Vertrag, und Karl-Anthony Towns und die Knicks konnten sich vor dieser Saison nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Diesen Sommer könnten sie wieder an den Tisch zurückkehren.
Dolan delegierte alle Personalpläne an Präsident Leon Rose. Damit hat der Klub zwar einen Spielraum für Verhandlungen, aber klare Grenzen gesetzt. Die Botschaft ist eindeutig: Der finanzielle Spielraum der Knicks endet vor der zweiten Apron, egal wie nah der nächste Titel rückt.
Für deutsche Basketball-Fans ist das ein warnendes Beispiel dafür, wie schnell Gehaltsziele im modernen NBA-Basketball Pläne zunichtemachen können. Die Knicks zeigen: Auch nach einem Titel ist nicht alles möglich. Eine Championship kostet viel, die Verteidigung des Titels kostet systematisch noch mehr. Teams wie Boston, Phoenix und Minnesota haben akzeptiert, diese Strafe zu zahlen. New York hat sich bewusst dagegen entschieden und setzt darauf, dass Leon Rose kreativ mit weniger Mitteln umgehen kann.