Trae Young wird seinen Millionen-Vertrag bei den Washington Wizards nicht erfüllen. Der viermalige All-Star kündigte seine Player Option im Wert von 48,97 Millionen Dollar für die Saison 2026-27 auf und tritt am Montag auf den Free-Agent-Markt. Obwohl Washington weiterhin als Favorit gilt, werden mehrere NBA-Teams Interesse an dem 27-jährigen Point Guard zeigen.
Young kam zur Saison mit großem Anspruch zu den Hawks. Er wollte beweisen, dass er eine vierjährige Maximum Extension über 229 Millionen Dollar verdient hatte. In Atlanta war er der Leader, auf den die Hawks beim Kampf um die Playoff-Plätze in der Eastern Conference zählten. Doch bereits im fünften Spiel der Saison im Oktober zog er sich eine Verstauchung des rechten MCL zu und fiel bis Mitte Dezember aus.
Während Youngs Verletzungspause bekamen die Hawks einen interessanten Blick auf den aufstrebenden Jalen Johnson und die Spieler um ihn herum. Das führte dazu, dass Atlanta Young bereits im Januar nach Washington tradete. Im Gegenzug bekamen die Hawks CJ McCollum und Corey Kispert. Young spielte in seiner kurzen Zeit für Washington nur fünf Spiele. Über beide Teams verteilt kam er in dieser Saison auf insgesamt 15 Einsätze mit durchschnittlich 17,9 Punkten und 8,0 Assists.
Die Wizards holten Young mit einer klaren Mission: Er sollte der Quarterback für ihren jungen Kern werden. Im Sommer zuvor hatten sie bereits Anthony Davis akquiriert. Das Management glaubt, dass Young und Davis ein All-Star-Duo bilden können, das die Franchise zum Playoff-Konkurrenten macht. Young hat in seiner achtjährigen NBA-Karriere im Schnitt 9,8 Assists pro Spiel verteilt und gilt als einer der besten Playmaker der Liga.
Washington plant ambitioniert: Young und Davis sollen eine junge Core um Alex Sarr, Kyshawn George, Tre Johnson, Will Riley und Bub Carrington zum nächsten Level führen. Der Franchise droht sonst in der Vergangenheit zu versinken. In jedem der letzten drei Jahre verloren die Wizards mindestens 64 Spiele. Mit der nächsten Woche anstehenden Draft und dem No. 1 Overall Pick sucht Washington nach dem nächsten großen Wurf.
Für deutsche Fans, die auf die NBA folgen, zeigt sich hier eine interessante Konstellation: Young ist einer der unterhaltsamsten Point Guards der Liga mit seinem Friseur-Pass-Spiel und seinen wahnwitzigen Range-Shots. Washington könnte mit ihm und Davis tatsächlich schneller kompetitiv werden als viele denken. Allerdings war Youngs Bilanz zuletzt durchwachsen. In 15 Spielen für zwei verschiedene Teams zu spielen ist auch für einen All-Star kein Ruhmesblatt. Welche Franchise sich durchsetzt und was Young finanziell bekommt, wird die Free-Agency-Phase zeigen.