Im Skandal um manipulierte College-Basketball-Spiele lenken drei Spieler ein. Bradley Ezewiro (ehemals Saint Louis), Shawn Fulcher (Buffalo und Alabama State) und Dyquavion Short (New Orleans) werden am 29. Juli vor Gericht ihre bisherigen Nicht-Schuldig-Plädoyers ändern. Ob sie sich bereits mit den Behörden auf einen Deal geeinigt haben, ist noch unklar. Die Anwälte von Fulcher und Short gaben auf Anfragen keine Auskunft, Ezewiros Anwalt lehnte einen Kommentar ab.
Die drei wären die ersten Spieler aus der Hauptanklage, die schuldig plädieren würden. Als die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Januar öffentlich machte, sorgte das für Schockwellen im College-Sport. Bereits fünf andere Spieler, die in separaten Verfahren angeklagt worden waren, haben schuldig bekannt und warten auf ihre Strafzumessung. Dasselbe gilt für die Fixer Jalen Smith und Marves Fairley.
Ingesamt wurden 26 Personen in das Manipulationsnetzwerk verwickelt. Die Ermittlungen werfen 39 Spielern von mehr als 17 verschiedenen NCAA-Division-I-Teams vor, bewusst unterperformt zu haben. Das Ziel war klar: Professionelle Wettabgeber sollten mit Wetten Gewinne erzielen, bei denen die betroffenen Teams verlieren oder mit mehr als einer bestimmten Punktzahl zurückliegen würden.
Die Vorwürfe gegen Ezewiro, Fulcher und Short folgen diesem Muster. Die Anklage beschuldigt die drei, zwischen Februar 2024 und Januar 2025 insgesamt acht Spiele beeinflusst zu haben. Darüber hinaus sollen alle drei versucht haben, Mannschaftskollegen in das Scheme zu verwickeln. Fulcher und Short wurden von der NCAA dauerhaft für den College-Sport gesperrt. Ezewiro, der auch für Georgetown, LSU und UAB spielte, unterschrieb inzwischen einen Vertrag bei einem Team in der Dominikanischen Republik.
Der Fall zeigt, wie tief die Manipulation in den US-College-Basketball eindringt. Für europäische Basketball-Fans und Beobachter der EBL ist die Dimension bemerkenswert: Während hierzulande organisierte Wettmanipulation zwar vorkam, hat die NCAA mit dieser Breite noch nie einen ähnlichen Fall aufgedeckt. Das Netzwerk erstreckt sich über dutzende Teams und Spieler, nicht nur einzelne schwarze Schafe. Für Scouts und Talentsichter wird das ein Signal sein müssen, noch genauer hinzuschauen, wenn Spieler auf dem Portal landen oder ihre Karriere unerwartet neue Wege gehen.