NCAA-Regel spaltet Basketballer der Klasse 2022
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NCAA-Regel spaltet Basketballer der Klasse 2022

Keine 24 Stunden nach der Genehmigung einer grundlegenden Regeländerung durch das NCAA Division I Cabinet haben 15 College-Basketballer vor Gericht geklagt. Sie argumentieren, dass die neue altersbasierte Regelung sie unfair von weiterer Spielzeit ausschließt.

Die NCAA hat gerade beschlossen, Athleten künftig fünf Spielzeiten in einem Fünf-Jahres-Fenster zu gewähren, das mit der Vollzeitimmatrikulation oder dem akademischen Jahr nach ihrem 19. Geburtstag beginnt, je nachdem was zuerst eintritt. Damit fallen Ausnahmen und Redshirt-Jahre praktisch weg, es sei denn es geht um religiöse Missionen, Schwangerschaft oder aktiven Militärdienst. Verletzungen führen nicht mehr zu Spielzeitverlängerungen.

Das Problem: Athleten, deren Berechtigung nach dem alten System (vier Jahre Spielzeit über fünf Jahre) bis Frühjahr 2026 abgelaufen wäre, erhalten nach den neuen Regeln keinen fünften Spieljahr. Die Kläger, die 2022 ihre High School abschlossen und im gleichen Jahr mit dem College-Sport begannen, ohne redshirten zu müssen, argumentieren, dass sie diskriminiert werden. Die neue Regel schränke ihre Fähigkeit ein, Geld durch ihre Name, Image und Likeness (NIL) zu verdienen, schrieben die Anwälte Ryan Downton und Charles Rittgers in der Klage.

Ein Gericht lehnte einen Antrag auf einstweilige Verfügung ab, ordnete aber eine Anhörung für die folgende Woche an. Das Division I Cabinet antwortete mit einer Erklärung auf X, dass man die Entscheidung nicht ändern werde. Das Gremium betonte, dass eine Rückwirkung der neuen Regel ausdrücklich nicht vorgesehen sei und dass Athleten, deren Berechtigung vor Frühjahr 2026 endet, bereits die volle Spielzeit erhalten haben.

Neun der 15 Kläger spielten oder planten zu spielen an Schulen in Ohio. Die übrigen haben laut Klage mehrere Spiele in Ohio absolviert. Der Beschwerde zufolge mussten Athleten der Klasse 2022 um Spielzeit gegen ältere Konkurrenten kämpfen, denen die NCAA wegen der COVID-19-Pandemie Mehrjahre gewährt hatte. Besonders kritisch sehen die Kläger: Die NCAA erlaubte Absolventen von 2022 eine komplette professionelle Saison zu spielen, bevor sie 2023 ins College kamen, und schließt sie nicht von der Spielzeit 2026-27 aus.

Ähnliche Klagen werden in anderen Bundesstaaten erwartet. Das Urteil eines Gerichts in Cincinnati (Hamilton County) könnte Signalwirkung haben.

Für deutsche Basketball-Fans, die US-College-Sports verfolgen, zeigt sich hier ein grundsätzliches Dilemma: Die NCAA versucht mit Regeländerungen Gerechtigkeit herzustellen, trifft dabei aber neue Gruppen hart. Die Klage der Klasse 2022 verdeutlicht, wie Übergangsphasen bei großen Regeländerungen immer Verlierer schaffen. Es wird spannend zu beobachten, wie die Gerichte zwischen dem Anliegen der NCAA und dem Gerechtigkeitsempfinden der betroffenen Spieler abwägen.

Originalquelle: ESPN / NCAAOriginal lesen →
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