Derrick White hat einen neuen Job bekommen, und er hat damit nichts zu tun, irgendeinen Ball zu werfen. Der Guard der Boston Celtics wurde zum Präsidenten für Basketballstrategie seiner Alma Mater Colorado ernannt. White wird Trainer Tad Boyle unterstützen, indem er kommende Buffaloes-Spieler mentoriert und inspiriert. Nebenbei spielt White noch für die Celtics, die ihn 2022 aus San Antonio holten und mit denen er 2024 die NBA-Meisterschaft gewann.
Die Ernennung kam auf Draft Night bekannt. White und seine Familie spenden zwei Millionen Dollar an das Herrenbasketball-Programm der Universität. Der 31-Jährige wird Boyle damit helfen, die Buffaloes zu entwickeln, auch wenn er selbst zwischen Colorado Springs und Boston pendeln wird.
Whites einzige Saison in Boulder war beeindruckend. In der Spielzeit 2016-17 erzielte er 18,1 Punkte pro Spiel und verteilte 4,4 Assists. Er wurde First Team All-Pac-12, schaffte es ins All-Defensive Team und ins All-Tournament Team. Die Buffaloes wählten ihn zum MVP. Im NBA Draft 2017 schnappten sich die San Antonio Spurs ihn mit Pick 29. Später wechselte White zu Boston, wo er zum Kern des Meisterschaftsteams wurde.
In diesem Sommer war White auch Teil der Team USA, die Gold bei den Paris Games holte. Der gebürtige Parker-Coloradoer hatte also genug Erfolge, um jetzt an seiner alten Schule etwas zurückzugeben. In einer Videobotschaft sagte White: "Everything happens for a reason. I was where I was supposed to be."
Für europäische Basketball-Fans ist diese Meldung zunächst eine Randnotiz. Allerdings zeigt sie, wie etablierte NBA-Stars ihre Karriere mit Engagement in College-Basketball verbinden, während sie noch spielen. White bleibt Celtics-Guard, nimmt aber eine echte Managementfunktion an. Das ist ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass White bereits nach seiner aktiven Karriere plant. Sein Status als Olympiasieger und NBA-Champion macht ihn zu einer wertvollen Ratgeberfigur für junge amerikanische Talente, die später vielleicht auch europäische Ligen bereisen oder in der ELF spielen könnten.