Texas warnt Big 12 vor Millionen-Klage wegen Sorsby
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Texas warnt Big 12 vor Millionen-Klage wegen Sorsby

Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton hat der Big 12 Conference einen unmissverständlichen Brief geschrieben. Darin teilt er der Liga mit, dass sie sich "erheblicher Haftung" aussetzen würde, wenn sie Texas Tech für die Spielfreigabe von Quarterback Brendan Sorsby sanktioniert. Sorsby war von der NCAA wegen Sportwetten auf College-Football für ineligibel erklärt worden, erhielt aber von einem texanischen Gericht eine einstweilige Verfügung, um für die Red Raiders anzutreten.

Die Big 12-Präsidenten wollten am Donnerstag zusammenkommen, um zu beraten, ob sie die Bylaw 3.6 anwenden können, um Texas Tech zu bestrafen. Die NCAA kündigte bereits an, gegen die richterliche Entscheidung Berufung einzulegen. Paxton warnt jedoch vor den finanziellen Konsequenzen. Sollte die Big 12 gegen Texas Tech vorgehen, droht der Liga eine Schadensersatzforderung von über 200 Millionen Dollar. Diese könnte Einnahmeausfälle aus Footballspielen, Schäden für Alumni-Spenden und Probleme bei der Rekrutierung abdecken, rechnet Paxton vor. Zusätzlich kommt das Risiko von Ansprüchen wegen Kartellverstößen, Vertragsbruch und widerrechtlicher Einmischung in bestehende oder potenzielle Verträge hinzu.

Den Red Raiders droht von anderer Seite ebenfalls Druck. Bei einer Konferenzschaltung mit Big-12-Commissioner Brett Yormark lehnten die anderen 15 Universitäten der Liga einstimmig ab, dass Sorsby diese Saison spielt. Die Athletic Directors von TCU und Kansas State haben sogar angedeutet, dass ihre Teams möglicherweise nicht gegen Texas Tech antreten könnten, wenn Sorsby auf dem Platz steht. Paxton interpretiert dies in seinem Schreiben als potenzielle "Störung oder Beeinträchtigung" von Texas Techs bestehenden Spielverträgen, was wiederum Haftungsrisiken für die Conference mit sich brächte.

Die Big 12 Bylaw 3.6 gewährt der Liga theoretisch das Recht, ein Mitglied mit einer Supermajorität desinteressierter Direktoren zu sanktionieren, wenn dieses "in einer Handlung oder einem Handlungsmuster engagiert ist, das den besten Interessen der Conference als Ganzes materiell zuwiderläuft." Die möglichen Strafen reichen von Verboten für Postseason-Spiele über Einschränkungen bei Fernsehauftritten bis hin zu Beschränkungen bei Einnahmeverteilungen und Rekrutierung. Doch genau hier setzt Paxton mit seiner Warnung an: Jede Sanktion, die zur Stornierung oder zum Verzicht auf geplante Spiele führt, verstößt nach seiner rechtlichen Ansicht gegen die vertraglichen Verpflichtungen der Big 12 gegenüber Texas Tech.

Für Beobachter des College Football ist dies ein beispielloses Tauziehen zwischen Konferenzautorität, staatlicher Gewalt und Justiz. Die NCAA hat ihre Entscheidung zur Sorsby-Suspension gefällt, ein texanisches Gericht hat dem widersprochen, und jetzt bringt sich die texanische Regierung mit massiven finanziellen Drohungen in die Debatte ein. Texas Tech sitzt zwischen den Stühlen, kann aber zumindest kurzfristig auf die juristische Rückendeckung und die Millionen-Dollar-Warnung Paxtons vertrauen.

Für deutsche College-Football-Fans zeigt dieser Fall, wie politisch und wirtschaftlich aufgeladen solche Konflikte im US-amerikanischen College Sports sein können. Während in der GFL oder ELF solche Machtkämpfe undenkbar wären, offenbaren sie in den großen US-Konferenzen die Bruchlinien zwischen Regelwerk, Justiz und finanziellen Interessen. Texas Tech hat vorerst gewonnen, aber ob die Big 12 klein beigibt oder den Kampf bis zur Berufung mit der NCAA führt, bleibt offen.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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