Will Hammond könnte schon zum Saisonauftakt zurück auf dem Platz stehen. Der Quarterback der Texas Tech Red Raiders erlitt im Oktober eine ACL-Verletzung, arbeitet sich aber zügig zurück ins Training. Trainer Joey McGuire kündigte auf der Big 12 Media Days an, dass Hammond als Starter gegen Abilene Christian am 30. August zur Verfügung stehen könnte, sofern die Ärzte ihn bis zum 21. August freigeben.
Hammond wirft bereits in 7-on-7-Drills mit, die ohne Vollkontakt stattfinden. Das ist neun Monate nach seiner Operation. McGuire betonte, dass man bei der Vorbereitung eines Quarterbacks andere Wege gehen kann, da er ohnehin nicht im Trainingsbetrieb angegriffen wird. Für die medizinische Freigabe sind am Ende die Ärzte zuständig, McGuire habe Hammond aber geraten, sich nicht zu überfordern.
Die Situation hat sich für Texas Tech bedeutend verändert. Ursprünglich war der Saisonstart in der Big 12 gegen Houston am 18. September als Rückkehr-Ziel angepeilt, damals mit der Annahme, dass Hammond als Backup für Brendan Sorsby fungieren würde. Sorsby ist inzwischen nicht mehr für Texas Tech verfügbar. Die Conference hat die Red Raiders im Juni wegen Sorbys Spielberechtigung sogar verklagt. Das Thema belastete das Verhältnis zwischen McGuire und Big 12 Commissioner Brett Yormark erheblich, beide hielten sich auf der Media Day aber diplomatisch zurück.
McGuire beschrieb Hammond als selbstbewusst und überzeigt von seinen Fähigkeiten. Der Redshirt-Sophomore hätte laut McGuire auch ohne die Verletzung behauptet, dass er der Starter ist, egal wer sonst noch im Quarterback-Raum trainiert. "Was ich an Will Hammond liebe: Er hätte dir vorher gesagt, dass er der Starting Quarterback bei Texas Tech ist", sagte McGuire. "Er ist extrem selbstbewusst und glaubt an seine Fähigkeiten. Wir haben großes Glück, so einen Kerl zu haben."
Für deutsche Football-Fans, die die Big 12 verfolgen, wird die Hammond-Story spannend zu beobachten. Ein junger Quarterback, der sich von einer schweren Verletzung zurückkämpft, ist immer ein Test für mentale Stärke und physische Belastbarkeit. Texas Tech spielt nächste Saison eine komplette Conference-Schedule in der Big 12, was für ein Team mit einem gerade zurückgekommenen QB zusätzlich fordernd wird. Sollte Hammond tatsächlich zum Opener bereit sein, wäre das beeindruckend. Scheitert er beim Comeback, könnte das Team schnell in Schwierigkeiten geraten. Die Red Raiders dürften beim Thema Quarterback-Gesundheit nun deutlich vorsichtiger sein als McGuires optimistische Rhetorik vermuten lässt.