Big 12 ADs fordern Konsequenzen nach Sorsby-Urteil
← NewsCFB

Big 12 ADs fordern Konsequenzen nach Sorsby-Urteil

Ein Richterspruch in Texas hat die Big 12 in Aufruhr versetzt. Brendan Sorsby, Quarterback der Texas Tech Red Raiders, darf nach Zugeständnissen in einer Sportglücksspiel-Affäre spielen. Ein Gericht erteilte ihm eine einstweilige Verfügung, die seine Spielberechtigung für die kommende Saison 2026 schützen soll. Das sorgt für Unmut in der gesamten Liga.

Am Dienstag hielten die Athletic Directors der Big 12 eine Telefonkonferenz mit Kommissar Brett Yormark ab. Das Ergebnis war eindeutig: Alle ADs mit Ausnahme von Texas Techs Kirby Hocutt sind der Meinung, dass Sorsby nicht spielberechtigt sein sollte. Die Direktoren gaben sich ungewöhnlich offen und sprachen von Ekel, Bestürzung und Traurigkeit über die Entscheidung von Richter Ken Curry. Der Ton der Konferenz richtete sich deutlich gegen Texas Tech und Hocutt.

Aber Rhetorik ist eine Sache, Macht eine andere. Die Big 12 plant bereits ihre nächsten Schritte. Ein weiteres Treffen des Executive Board ist für Donnerstag angesetzt, unter Vorsitz von Kansas-Präsident Doug Girod. Dabei sollen mögliche Optionen durchgespielt werden, wie die Liga selbst eingreifen könnte. Die große Frage bleibt: Kann die Big 12 Sorsby eigenständig sperren oder blockieren?

Das texanische Gerichtsurteil untersagt der NCAA zwar nicht, Sorsby vom Spielen abzuhalten. Aber die Big 12 könnte möglicherweise auf ihre eigene Satzung 3.6 hinweisen, die der Liga Autonomie bei Disziplinarmaßnahmen gibt. Das reicht von Verboten für Bowl Games über Fernsehauftritte bis zu Beschränkungen bei Scholarships und Recruiting. Allerdings ist unklar, ob diese Hebel tatsächlich greifen und ob die Liga sie nutzen wird.

Yormark äußerte sich vorsichtig: Die Konferenz habe ein "sinnvolles und produktives Gespräch" geführt. Viele ADs hätten ihre Meinungen geäußert. Man wolle offene und ehrliche Dialoge führen, aber vorerst bleibe dies Sache der Konferenz intern.

Die zeitliche Perspektive könnte entscheidend sein. Sorsby endet seine Spielberechtigung nach der Saison 2026, was bedeutet, dass eine eventuelle NCAA-Berufung ohnehin zu spät kommen könnte. Für die Big 12 geht es also weniger um ein grundsätzliches Problem als um die Botschaft, die mit einer Entscheidung gesendet wird.

ballports verfolgt diese Entwicklung aufmerksam, da sie die Grenzen zwischen Gerichtsbarkeit und Sportverbänden berührt. Für deutsche Fans ist das Thema weniger unmittelbar relevant, zeigt aber, wie fragil die Kontrolle großer Ligen über ihre Spieler geworden ist. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Big 12 mehr ist als eine Ansammlung von Universität, die Bedenken äußern, oder ob sie tatsächlich handeln kann.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
← Alle News