Steve Sarkisian hat seine Aussagen über Ole Miss relativiert. Der Texas-Trainer hatte der Universität vorgeworfen, dass man dort nur «Basket Weaving» belegen müsse, um einen Abschluss zu erhalten. Auf dem SEC Spring Meeting in Miramar Beach räumte Sarkisian ein, dass er sich unglücklich ausgedrückt habe.
Der Kern von Sarksisans Kritik zielt aber auf ein anderes Problem ab. Texas darf Transferkredite nur zur Hälfte anrechnen, egal wie viele Semesterstunden ein Spieler bereits absolviert hat. Andere SEC-Schulen rechnen alle Stunden an. Für Sarkisian ist das ein Wettbewerbsnachteil. «Ich hätte auch Makroökonomie oder Engineering sagen können», erklärte er gegenüber Reportern. «Die konkrete Fachbezeichnung war nicht der Punkt. Das war einfach eine ungeschickte Wortwahl von mir.» Die SEC verhängte gegen Sarkisian keine Strafe für die Äußerung.
Sarksisans Aussagen reihen sich ein in eine Serie von Kritik an Ole Miss. Auch der neue LSU-Coach Lane Kiffin, der vorher selbst in Oxford tätig war, hatte die Universität in einem Interview mit Vanity Fair unter Druck genommen. Kiffin berichtete, dass Top-Recruits ihm hätten mitgeteilt, ihre Großeltern würden ihnen nicht erlauben, nach Oxford zu ziehen. «Das Problem stellt sich nicht, wenn man von Baton Rouge spricht», sagte Kiffin. Er betonte später aber, dass er respektvoll über Ole Miss sprechen wolle und dass seine Aussagen faktisch begründet seien, nicht böse gemeint.
Ole Miss Athletic Director Keith Carter reagierte auf X mit einer kurzen Gegendarstellung: «Es ist erstaunlich, wie unbequem manchen unseren Erfolg ist.» Pete Golding, der Head Coach der Rebels, war nicht unter den Trainern aufgelistet, die beim SEC Spring Meeting formell zu den Medien sprachen.
Ballports-Take: Der Streit zeigt, wie sensibel der Umgang mit Transfers in der College-Football-Welt geworden ist. Für deutsche Fans ohne tiefere Kenntnisse der US-College-Regeln: Es geht um konkrete strukturelle Benachteiligungen im Transfer-Portal, nicht um reine Lokalpolitik. Sarkisans Rückzieher ist strategisch klug, aber auch ein Eingeständnis, dass solche Provokationen im SEC-Kontext schnell nach hinten losgehen. Kiffin dagegen bleibt bei seinen Aussagen und signalisiert, dass strukturelle Unterschiede zwischen Schulen legitimes Gesprächsthema sind. Die nächsten Transfer-Debatten in diesem Zyklus werden interessant.