Jaylen Brown zu den 76ers: Freude und Enttäuschung zugleich
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Jaylen Brown zu den 76ers: Freude und Enttäuschung zugleich

Jaylen Brown muss sich neu orientieren. Die Boston Celtics haben ihren Star an die Philadelphia 76ers abgegeben, im Gegenzug kommt Paul George nach Boston. Für Brown, der gerade seine beste Saison gespielt hat, ist das ein Schock, den er nur schwer verarbeiten kann.

In einer Mitteilung in den sozialen Medien beschrieb Brown seine Gefühlslage unmittelbar nach dem Trade: "Ich verarbeite das alles noch. Gleichzeitig bin ich aufgeregt und enttäuscht." Das ist keine oberflächliche Reaktion. Brown hatte in Boston mehr als nur eine Saison gespielt, er hatte sich zu einem der besten Two-Way-Spieler der Liga entwickelt. In der abgelaufenen Saison erzielte er durchschnittlich 28,7 Punkte, 6,9 Rebounds und 5,1 Assists. Er landete auf Platz zwei der All-NBA-Teams, verpasste nur knapp die Top 6 der MVP-Abstimmung. Mit den Celtics gewann er gerade sein erstes Championat, wurde Eastern-Conference-Finals-MVP und Finals-MVP in einem Jahr. Jetzt ist das vorbei.

Brown betonte in seinem Statement, was diese Zeit für ihn bedeutete: "Ich habe mir meinen Respekt in dieser Stadt erarbeitet. Ich habe nie nach Abkürzungen gesucht oder Sonderbehandlung verlangt. Ich bin einfach jeden Tag hingegangen, habe meinen Kopf runtergenommen und jede Herausforderung angenommen." Das klingt wie eine Abrechnung mit den Entscheidungsträgern in Boston, die ihn offenbar nicht als langfristig unverzichtbar sahen. Monatelang hatten die Celtics versucht, Brown in verschiedene Deals zu verwickeln, zuletzt in einem potenziellen Trade für Giannis Antetokounmpo zu Milwaukee. Diese Unsicherheit muss belastend gewesen sein.

Trotzdem versucht Brown, seinen Weg zu akzeptieren. "Das Auf Wiedersehen sagen fällt nicht leicht, wenn man sein Herz in etwas investiert hat", schrieb er. "Die Beziehungen, die ich hier aufgebaut habe, die Kämpfe, die wir zusammen gefochten haben, der Championship, den wir in diese Stadt gebracht haben, die Verbindung zu den Fans, das trage ich mit mir." Am Ende wendet sich Brown Philadelphia zu. "Ich freue mich auf das, was vor mir liegt, und ich bin dankbar für die Chance, bei Philadelphia zu spielen. Jede Stadt hat ihre eigene Identität, ihre eigene Leidenschaft und ihre eigenen Erwartungen. Ich respektiere das und freue mich darauf, diesen Respekt die einzige Art zu verdienen, die ich kenne: durch harte Arbeit."

Die 76ers erhalten einen 29-jährigen Spieler, der gerade bewiesen hat, dass er noch immer auf Superstar-Niveau performen kann. Brown wird dort neben Joel Embiid und Tyrese Maxey spielen. Der Deal bringt die Celtics Paul George, zwei First-Round-Picks (2028, 2031) und zwei Second-Round-Picks (2028, 2030) ein. Offiziell kann der Trade erst am 6. Juli verkündet werden.

Für Basketball-Fans im deutschsprachigen Raum ist dieser Move besonders interessant, weil er die Eastern Conference neu sortiert. Boston bleibt mit seinen 18 Championships die erfolgreichste Franchise, verliert aber seinen heißen Stahl für die nächsten Jahre. Philadelphia bekommt mit Brown, Embiid und George eine neue Big-Three, die auf dem Papier beeindruckend aussieht. Wie gut diese Konstellation tatsächlich funktioniert, wird sich erst zeigen. Brown muss sich schnell an Philadelphia gewöhnen, wenn die 76ers in der kommenden Saison wirklich konkurrenzfähig sein wollen.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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