Die Philadelphia 76ers haben sich in den Kreis der Kandidaten um LeBron James eingereiht. Das bestätigten Ligaquellen ESPN am Donnerstag. James ist unrestricted Free Agent und hat die Freiheit, sich seinen nächsten Verein auszusuchen. Neben Philadelphia buhlen die Golden State Warriors, Cleveland Cavaliers und Miami Heat um den 39-Jährigen, der seine 23-jährige Karriere an einem neuen Ort fortsetzen will.
Der Timing ist kein Zufall. Einen Tag vor diesem Pitch hatten die Sixers einen spektakulären Trade abgeschlossen. Sie gaben Paul George, zwei First-Round-Picks und zwei Second-Round-Picks ab, um Jaylen Brown von den Boston Celtics zu holen. Der 29-jährige Forward ist eine Hausnummer: In der abgelaufenen Saison erzielte er im Schnitt 28,7 Punkte bei 6,9 Rebounds und 5,1 Assists in 71 Spielen und landete auf Platz sechs der MVP-Abstimmung. Zusammen mit dem Trade signalisierten die Sixers auch Free Agent Anfernee Simons, einen Scoring Guard mit Potenzial.
Diese Roster-Upgrades sollen James locken. Der Superstar hat öffentlich gemacht, dass er nicht nur Glück sucht, sondern auch eine echte Chance auf den nächsten Ring. Bei Philadelphia wäre das theoretisch möglich, doch es gibt ein großes Problem: Die Sixers können James nur das Veteran Minimum von rund 3,9 Millionen Dollar anbieten. Das ist deutlich weniger als andere Teams bereit sind zu zahlen.
Die Warriors etwa könnten James über die nontaxpayer midlevel exception die volle 15,1 Millionen Dollar geben. Allerdings wird das Mathe-Spiel immer kniffliger für Golden State, seit sie Kristaps Porzingis und De'Anthony Melton unterschrieben haben. Die Cavaliers müssen mittelfristige Verträge wie die von Max Strus und Dennis Schroder offloaden, um James ein ernsthaftes Angebot zu machen. Die Warriors signalisierten James, dass er auf seiner Short List steht, doch Ligaquellen glauben nicht, dass Golden State ganz oben rangiert. James nimmt sich Zeit für die Entscheidung und prüft alle Optionen.
Für deutsche Basketball-Fans wird dieser Sommer zu einem großen Story. LeBron James hat noch immer die Power, ganze Franchises umzubauen, und sein nächster Zug könnte die Eastern Conference durcheinanderbringen. Die Sixers haben mit Brown einen defensiven Champion und Scoring-Maschine geholt und zeigen Ambitionen, die über eine Saison hinausgehen. Ob James sich dafür reißt, dass er bei Philadelphia nur das Minimum verdient, wird entscheidend sein. In der NBA zählt nicht nur das Geld, sondern auch der Glaube an das Projekt. Die nächsten Tage werden zeigen, wie sehr James diesem Projekt vertraut.